Zum Hauptinhalt springen

Grobfutterleistung beim Nährstoffvergleich berücksichtigen

Für den Nährstoffvergleich nach § 8 Absatz 3 der Düngeverordnung (DüV, 2017) wird für Wiederkäuer die Nährstoffabfuhr von Grünland- und Feldfutterflächen über den Besatz mit Rindern auf Basis von Faustzahlen zur Futteraufnahme und zu den Verlusten zwischen Feld und Trog abgeschätzt. Langjährige Fütterungsversuche des Verbundvorhabens optiKuh bestätigen, dass die Grobfutterqualität und das Niveau an Kraftfutter die Grobfutteraufnahme sehr stark beeinflussen und dass mit steigender Grobfutterleistung höhere Stickstoff- und Phosphorerträge in Ansatz zu bringen sind.

Mit dem vorliegenden Merkblatt wurden die empfohlenen Maßgaben zur Berücksichtigung der Grobfutterleistung beim Nährstoffvergleich nach Düngeverordnung mit der Abschätzung der Erntemengen und des Entzugs an Stickstoff und Phosphor zur Futter- und Düngeplanung sowie des jeweiligen Controllings fachlich beschrieben.

Die ermittelte Grobfutteraufnahme zur Beurteilung des Futterertrags wird dabei als geeignet, die Stickstoff- und Phosphoraufnahme aus dem Grobfutter unter Beachtung der mittleren Verluste zwischen Ernte und Futtertrog als tatsächliche Zielgröße zur Ableitung des Ernteertrags eingeordnet. In Abhängigkeit von der Grobfutterleistung wurden gegenüber den Standardwerten um bis zu 20 Prozent höhere Stickstoff- und Phosphoraufnahmen abgeleitet.

Voraussetzung ist allerdings eine exakte Erfassung der Ernteerträge und der verfütterten Futtermengen beispielsweise über die automatische beziehungsweise digital unterstützte Mengenerfassung am Futtermischwagen und die kontinuierliche Mengen- und Nährstofferfassung am Häcksler sowie die Nutzung von aus Grobfutteranalysen resultierenden Nährstoffgehalten in Anlehnung an die einzelnen Ertragsebenen aus dem DLG-Merkblatt 416 (DLG, 2016). Neben der Futtervorlage ist die kontinuierliche Erfassung beziehungsweise sachgerechte Einschätzung der Futterreste ebenso erforderlich. Darüber hinaus wird gegenwärtig ein DLG-Kompakt zu „Viel Milch aus Grobfutter“ erarbeitet. Es ist nun Aufgabe der Bundesländer, dies in Anwendung zu bringen.

Zur Erlangung eines besseren Verständnisses für den Sachverhalt auch bei Nicht-Tierernährern wird gegenwärtig ein DLG-Kompakt zu „Viel Milch aus Grobfutter“ erstellt.

Das Merkblatt kann hier als PDF abgerufen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie beim DLG-Fachzentrum Landwirtschaft (Kontakt: Dr. Detlef Kampf, Tel.: 069/24788-320, Mail: d.kampf@dlg.org).