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Rote Liste: Handlungsbedarf bei heimischen Rinderrassen

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) informiert über die Bestandsentwicklung der einheimischen Nutztierrassen und veröffentlicht alle zwei Jahre die aktuellen Bestandszahlen in der Liste der einheimischen Nutztierrassen (Rote Liste). Grundlage dafür sind die von der BLE erhobenen Bestandszahlen aller in Deutschland gezüchteten Nutztierrassen. Basierend auf diesen Zahlen erfolgt die Einstufung der einzelnen Nutztierrassen in die Gefährdungskategorien.

Aufwärtstrend für Schafe und Ziegen

Insgesamt haben sich die Bestände der einheimischen Schafrassen gut entwickelt. Vor allem der Bestand des Rhönschafes erholte sich dank staatlicher Förderprämien, der Zusammenarbeit mit dem Naturschutz und einem umfangreichen Regionalmarketing, unter anderem durch das Biosphärenreservat Rhön. Das markante Tier mit dem schwarzen Kopf hat sich so zum Symbol und Sympathieträger der Rhön entwickelt und gilt in der aktuellen Erhebung als „nicht gefährdet“.

Auch das Brillenschaf konnte in eine geringere Gefährdungsstufe, der „Beobachtungspopulation“, eingeordnet werden. Der Einsatz von Schafen im Vertragsnaturschutz spielt hier eine wichtige Rolle.

Gute Aussichten gibt es auch für die Ziegenhaltung in Deutschland und die drei einheimischen Ziegenrassen, die derzeit alle gefährdet sind. Die steigende Nachfrage nach Ziegenmilch und Molkereiprodukten aus Ziegenmilch lässt leicht optimistisch auf die Zukunft der Thüringer Waldziege sowie der Bunten und der Weißen Deutschen Edelziege blicken.

Handlungsbedarf bei den Rinderrassen

Großer Handlungsbedarf besteht hingegen bei den Rinderrassen: 15 der 21 einheimischen Rassen sind weiterhin gefährdet. Die bislang erfolgreichen Instrumente, wie Haltungsprämien und Projektförderung von Bund und Ländern, sollten beibehalten werden. Eine rassespezifische Vermarktung von Fleisch sowie von Milch und Molkereiprodukten könnte den wachsenden Verbraucherwunsch nach Regionalität bedienen und sich somit positiv auf den Bestand auswirken.

Hier der Link zum Download der Roten Liste 2019