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Grünland im Klimawandel richtig managen

Während der 73. Sitzung des DLG-Ausschusses Grünland und Futterbau wurde die Erstellung einer Fachinformation zur Thematik „Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Grünland“ im Rahmen einer AG als Arbeit eines Autorenkollektivs um Prof. Dr. Elsäßer verabschiedet. Zur Ausschuss-Sommersitzung wurde der erste Entwurf vorgelegt und intensiv diskutiert, nun wurde die Broschüre fertiggestellt.

Inhaltlich fokussiert die Fachbroschüre auf die Unterscheidung von Wetter und Klima und stellt dabei die pflanzenbaulichen Aspekte in den Vordergrund. Im Einzelnen werden ausführlich die Effekte und die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf das Grünland in den Zusammenhang mit den kurz- und mittelfristigen sowie den langfristigen Maßnahmen gestellt und Strategien zur Anpassung des Grünlandes an die klimatischen Änderungen detailliert beschrieben.

Der regelmäßig auftretende Niederschlagsmangel in Verbindung mit Frühjahrstrockenheit und Sommerdürre führt im Grünland zu Ertragsausfällen und erschwert eine in Menge und Qualität konstante Futterversorgung für das Nutztier. Da dies nicht nur das Schnittgrünland sondern unter anderem die Grünland-Weidewirtschaft ganz besonders betrifft, sind entsprechende Anpassungsstrategien erforderlich, um dem zukünftig ausreichend Rechnung tragen zu können.

Zur weitestgehenden Realisierung standortabhängiger Ertragspotenziale und zur Schließung möglicher Futterlücken gilt es, neben allgemeinen Maßnahmen des Betriebsmanagements von der Bestandsführung der Grünlandflächen (Sortenwahl, Pflege, Düngung, Ernte), über die Konservierung bis zur Vorlage des Futters an die Tiere zukünftig vor allem die Verlustpfade zu identifizieren und sensibel zu überprüfen.

Da Klimaveränderungen zu steigendem abiotischen Stress für einzelne Grünlandpflanzen aber auch für die gesamten Pflanzenbestände führen, müssen in den Anpassungsstrategien beispielsweise die Auswahl angepasster Arten in ausgewählten Mischungen erarbeitet sowie die Dürretoleranz von Arten oder Sorten im Sortenprüfwesen berücksichtigt werden. So sind neben Rohrschwingel, Knaulgras und Luzerne oder Rotklee eventuell auch Kräuter als vielversprechende Komponenten neuartiger Mischungen für den intensiven Futterbau anzusehen.

Im Weiteren sollten Bestände in Dürrephasen nicht zu tief gemäht und auf eine ungeeignete Düngung nach einer „Notfallmahd“ verzichtet werden, da bei Wiederbefeuchtung ohnehin meist ein Mineralisationsschub im Boden folgt. Darüber hinaus kann die Beregnung beziehungsweise die Einstaubewässerung von Grünland mittelfristig als regionale Anpassungsstrategie an Bedeutung gewinnen.

Zur Sicherung von extensivem Grünland sind alle Maßnahmen zu unterlassen, die, neben klimatischem Stress, zu zusätzlicher negativer Beeinflussung führen und dadurch den Erhalt  der Artenvielfalt gefährden. Hierzu zählen die Vermeidung unangepasster Düngung, zu häufige Nutzung und mechanische Schädigungen oder die Beeinflussung der Vegetation durch Nachsaaten mit Arten oder Mischungen, die weder an die Nutzung noch an den Standort angepasst sind.

Der vorliegende Ratgeber zeigt, wie wichtig es ist, sich jetzt mit diesem Thema intensiv auseinander zu setzen. Er richtet sich besonders an Landwirte mit Grünlandbewirtschaftung, an in der Beratung tätige Personen und an die landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung.

Die Broschüre wurde in der Reihe „Arbeiten der DLG / Band 208“ herausgegeben und ist in Kürze zu einem Preis von 14,90 Euro beim DLG-Verlag zu beziehen.