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Konsequente Arbeit zahlt sich aus

Der Verein Futtermittetest (VFT) ist eine von landwirtschaftlichen Organisationen wie Bauernverbänden, Landwirtschaftskammern und DLG als Vertreter der Nutztierhalter getragene Warentest-Einrichtung. Die Überprüfung von Mischfutterproben nach den Grundsätzen des Warentests berücksichtigt dabei die am deutschen Markt befindlichen Futtermittel und schließt damit auch Futter ausländischer Hersteller ein.

In der Prüfung werden Mischfutter für verschiedene Tierarten und Einsatzbereiche berücksichtigt und auf die Ausstattung mit Energie, Nähr- und Wirkstoffen hinsichtlich des in den Fütterungshinweisen vorgegebenen Einsatzbereichs bewertet. Die Futter werden dabei in zwei Schritten beurteilt.

Im ersten Teil wird über die Deklarationsprüfung festgestellt, ob drin ist, was draufsteht. Hierzu werden die konzipierten Gehalte an Energie und die wichtigsten Nährstoffe (je nach Futtertyp unterschiedlich, zum Beispiel Rohprotein, Rohfett, Lysin etc.) im Labor analysiert, Abweichungen von der Deklaration werden entsprechend vermerkt. Für einzelne Futtertypen werden darüber hinaus relevante, nicht deklarationspflichtige Nährstoffe untersucht und zur Information aufgelistet.

Der zweite Teil der Prüfung umfasst den Einsatzzweck des Futters, hier werden die ermittelten Nährstoffgehalte des Futters mit den für den jeweiligen Einsatzbereich notwendigen fachlichen Anforderungen verglichen. Die Beurteilung der einzelnen Parameter sowie die Qualität des Fütterungshinweises werden zu einer Note zusammengefasst.

Die Ergebnisse werden regelmäßig in landwirtschaftlichen Wochenblättern und Fachzeitschriften namentlich veröffentlicht. Ebenso können diese auf der VFT-Homepage unter www.futtermitteltest.de abgerufen werden. Dort sind auch ausführliche Erläuterungen des VFT zur Vorgehensweise bei der Bewertung, zu Richtwerten zur Nährstoffausstattung der Futter sowie zu weiteren Anforderungen des VFT zu finden.

Bei 1.107 Proben betrug die Beanstandungsquote im Jahr 2019 lediglich 1,9 Prozent. Der Großteil (79,2 Prozent) der Futter erreichte die beste Bewertung (2018 = 76,9 Prozent). Im Bereich der (freiwilligen) offenen Deklaration der Futter lag die Quote wie im Vorjahr bei rund 24 Prozent. Neben dem Warentest werden regelmäßig zusätzliche Sonderuntersuchungen oder -auswertungen, wie zum Anteil der Futter mit freiwilliger Gemengeteilangabe in Prozent (offene Deklaration) durchgeführt. Weitere Sonderuntersuchungen wurden zum Valin im Ferkelaufzuchtfutter durchgeführt. Solche zu den Gehalten an Kupfer und Zink (hier in Zusammenarbeit mit BfR) sind in Vorbereitung.

Neben den eigentlichen Warentestprüfungen umfasst die Arbeit des VFT auch zahlreiche fachliche und formale Zusammenkünfte. Am 19.08.2020 traf sich die AG Schwein im Rahmen eines Treffens der Versuchsansteller Schweinefütterung in Quakenbrück und am 16.09.2020 die AG Geflügel in Kassel, um jeweils über die aktuellen und die zukünftigen Prüfungsrahmen zu beraten. In der am 18.09.2020 in Bonn durchgeführten Sitzung des Fachbeirats wurden die notwendigen fachlichen Anpassungen verabschiedet. Flankiert wurden die Fachgremiumssitzungen von einem Gespräch mit dem BMEL am 23.09.2020 in Bonn sowie von der Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung am 17.11.2020, die als Webkonferenzen durchgeführt wurden. In der Mitgliederversammlung wurden Dr. A. Wolter (BMEL), Dr. A. Priepke (LFA M.-V.), Dr. S. Diers (LK S.-H.) und Dr. J. Denißen (LK N.-W.) als neue Vertreter in den Fachbeirat aufgenommen. Dazu fanden die Besprechung, die Abstimmung und die Beschlussfassung zu den aktuellen Prüfkriterien und -umfängen sowie zur zukünftigen Ausrichtung der Prüfungen statt.

Zukünftig denkbare und teils bereits geplante Untersuchungen sind zum Beispiel für Kalium und Natrium im Geflügelfutter und zu Aminosäuren im Schweineendmastfutter angedacht. Ebenso wird eine Siebanalyse bei Futter für Legehennen als wichtig erachtet und eine Ausdehnung der Prüfumfanges auf Puten- und Fischfutter erwogen.