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Der versteckte Feind des Rapses – Kohlfliege am Buffet

Die Witterung zur Rapsaussaat war in den meisten Regionen gut – warme Temperaturen und Niederschlag zur richtigen Zeit sorgten für zügiges Auflaufen. Doch schnell zeigte sich die Beliebtheit des Rapses bei Erdfloh und Co. Deshalb waren Insektizidmaßnahmen auch in diesem Herbst meist unumgänglich. Die ersten frostigen Nächte brachten den Raps nun in vielen Regionen in die Winterruhe. Doch einige (Teil-)Flächen fallen allerdings durch ihre typische Anthocyan-Verfärbung auf.

Auch einige Parzellen im Systemvergleich Fruchtfolge am Internationalen Pflanzenbauzentrum der DLG in Bernburg zeigten diese Verfärbungen. In diesem Versuch wird Raps in zwei unterschiedlichen Fruchtfolgen angebaut. Dabei steht jede Kultur in jedem Jahr in vierfacher Wiederholung

  1. Winterraps – Winterweizen – Winterweizen
  2. Winterraps – Winterweizen – Körnererbsen – Winterweizen – Zuckerrüben – Sommerdurum

Die erste Stichprobe zeigte einen starken Befall mit Kleiner Kohlfliege (Delia radium). Am Standort tritt der Schädling mal mehr, mal weniger stark auf und so schien es auf den ersten Blick auch nicht verwunderlich, dass die Pflanzen in der engeren Fruchtfolge gestresster und stärker befallen sein könnten. Um dem nachzugehen wurden im Versuch aus jeder Wiederholung 25 Einzelpflanzen zufällig entnommen und auf Befall bonitiert. Erfasst wurde dabei die Befallshäufigkeit, die geschädigten Wurzeloberfläche [Prozent] und der Wurzelhalsdurchmesser.

Die Befallshäufigkeit ist mit über 70 Prozent in der engen Fruchtfolge noch etwas geringer als in der weiteren Fruchtfolge mit etwa 80 Prozent. Und auch in der Befallsstärke und der geschädigten Wurzeloberfläche sind die Zahlen in der weiteren Fruchtfolge tendenziell etwas höher. Hingegen ist der Wurzelhalsdurchmesser in der engen Fruchtfolge im Schnitt etwa 1,7 mm kleiner.

Die Pflanzen wurden nun zur Ganzpflanzenanalyse ins Labor übergeben um gegebenenfalls Nährstoffdefizite aufzuzeigen, die den Unterschied in der Entwicklung begründen können.

Autorin: Siv Biada, DLG-IPZ