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Workshop Öko-Landbau: Was derzeit im Fokus steht

Der Öko-Landbau zeichnet sich aus durch innovative Konzepte in der Vermarktung von Produkten aus Ackerbau und Tierhaltung und trägt substanziell zur Lösung der ökologischen Frage in der Landwirtschaft bei. Die aktuell stark steigende Nachfrage nach Öko-Produkten bietet zudem unternehmerische Optionen – sowohl für Öko-Landwirte als auch für Umstellungsinteressierte. Vorrangiges Ziel der Ausschussarbeit ist es deshalb, Vermarktungskonzepte zu schärfen, produktionstechnische Fragen zu beantworten und die Weiterentwicklung des Öko-Landbaus mitzugestalten. 

Der Schwerpunkt der Facharbeit lag in 2020 auf den Themen Nährstoffmanagement, mechanische Beikrautregulierung und bei den Entwicklungen auf den Öko-Märkten. Praktiker und Experten gaben dazu ihre Einschätzungen bei der DLG-Wintertagung, im DLG-Podcast Landwirtschaft und im DLG-Mitgliedernewsletter.

Im Jahr 2021 vertieft der Ausschuss das Thema Nährstoffkonzepte im Öko-Landbau im Rahmen des DLG-Podcast Landwirtschaft. Gemeinsam mit dem Ausschuss für Ackerbau werden im Rahmen der DLG-Wintertagung im Februar 2021 Ansätze für die Sicherung der Biodiversität im Ackerbau diskutiert.

Nach dem Merkblatt „Technik für die mechanische Beikrautregulierung“ aus dem Frühjahr 2020 vertieft der Ausschuss das Thema mit einem Merkblatt „(Betriebs)Konzepte der mechanischen Beikrautregulierung“, in dem Praktiker Einblick in ihre Strategien geben. Denn ein „Schema F“ sucht man in der mechanischen Beikrautregulierung vergeblich, vielmehr kommt es auf an den Standort und das Anbauprogramm abgestimmte Konzepte an.

Die Vernetzung mit anderen Ausschüssen, etwa zum Thema Pflanzenschutz in 10 Jahren oder Stoffströme im landwirtschaftlichen Betrieb, ist ein weiterer Schwerpunkt der Facharbeit 2021. Denn die ausschussübergreifende Arbeit nimmt an Bedeutung zu, um die jeweiligen Fragestellungen breit und umfassend zu bearbeiten.

Biologischer Pflanzenschutz bietet Perspektiven

Im Expertengespräch mit Prof. Jehle vom Julius Kühn-Institut diskutierten die Workshopteilnehmer die Potenziale des Biologischen Pflanzenschutzes. Denn die aktuellen Rahmenbedingungen erfordern neue Ansätze im Pflanzenschutz, und Biologicals können auch für den Öko-Landbau von Interesse sein.

Bei der Zulassung von Wirkstoffen ist in den letzten Jahren ein stetiger Anstieg zu verzeichnen: Wurden im Jahr 2008 zehn Wirkstoffe zugelassen, waren es in 2016 bereits 90. Für einen weiteren Anstieg der Zulassungen ist das Absatzpotenzial entscheidend, denn nur bei ausreichender Marktgröße forcieren die Hersteller die Entwicklung neuer Wirkstoffe.

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist deshalb die Anwendung im integrierten Landbau oder die weitere Zunahme des Öko-Landbaus.

Die Vorzüge der Biologicals liegen in der hohen Selektivität der Wirkstoffe. Diese führt zu keinen beziehungsweise geringen Auswirkungen auf Boden, Wasser und Luft. Gleiches gilt für Rückstände im Erntegut. In der hohen Selektivität liegt auch ihre Limitierung, denn sie schränkt Anwendungsmöglichkeiten ein.

Das Augenmerk des Anwenders muss sich auf sein gesamtes Anbausystem richten, um passende Mittel auszuwählen, die unter den spezifischen Bedingungen eine hohe Wirksamkeit erreichen. Für den integrierten Anbau gilt, dass aufgrund des notwendigen Systemansatzes Biologicals chemische Mittel nicht 1:1 ersetzen können.

Bisher erreichen die Biologicals ihre höchste Wirksamkeit unter kontrollierten Bedingungen im „unter-Glasanbau“.

Unter den sich aktuell rasant ändernden Bedingungen für den Pflanzenschutz bieten Biologicals neue Möglichkeiten, sowohl in der Prävention von Befall als auch in der Intervention bei bereits aufgetretenem Befall. Entscheidend für die Wirksamkeit ist die „Passung“ für das Anbausystem. Biologicals sind deshalb ein „Maßanzug“ für den jeweiligen Standort und das jeweilige Anbausystem, und keine Breitbandmittel.

Dr. Achim Schaffner, Projektleiter Betriebsführung und Ökolandbau, DLG