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Dünn gesät, Dick geerntet?

Stresstoleranter, bestockungsfreudiger und mit tief gehendem Wurzelsystem ausgestattet – das sind die Beschreibungen, die häufig in Verbindung mit Hybridweizen fallen. Dadurch wird dem Hybridweizen eine verbesserte Nährstoffaneignung und eine höhere Trockentoleranz zugeschrieben und das bei etwa halber Saatstärke im Vergleich zu Liniensorten. Doch die Anbaufläche in Deutschland liegt unter 1 Prozent im Vergleich zu klassischen Liniensorten. Denn das Saatgut ist teuer, ein Nachbau nicht möglich und die absolute Überzeugung bei den Landwirten noch nicht angekommen.

Und so wird der Anbau am Internationalen Pflanzenbauzentrum der DLG in Bernburg in diesem Jahr ausprobiert. Durch die häufig auftretende Vorsommertrockenheit kann die Hybride hier hoffentlich ihre Vorteile ausspielen. Der Hybridweizen wurde nach Triticale, Silomais (Aussaat am 1. Oktober) und Zuckerrüben (Aussaat am 8. Oktober) mit 150 beziehungsweise 170 Kö/m² gedrillt. Momentan sind etwa drei Bestockungstriebe, nach Zuckerrüben maximal zwei Triebe zu zählen.

Und es geht noch ein bisschen extremer: Hybridweizen in Doppelreihe gedrillt in einem gelockerten Streifen bei 50 cm Reihenweite und das mit einer Saatstärke von nur 75 Kö/m². Bisher zeigt sich der Bestand in sattgrüner Farbe und mit etwa drei Bestockungstrieben.

Bis zur Ernte werden noch die Bestockungsleistung zu Schossbeginn und die Anzahl ährentragender Halme bestimmt. Mit der Ernte werden neben dem Ertrag natürlich auch die Qualitätsparameter erfasst.

Diese und weitere Untersuchungen in den Versuchen am IPZ können durch studentische Projekt-, Bachelor- oder Masterarbeiten begleitet werden. Weitere Themen finden Sie auch auf der Homepage: https://www.dlg-ipz.de/de/angebote.

Autorin: Siv Biada, DLG-IPZ