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Winterweizen: Aussaattermine im Vergleich

Der „richtige“ Aussaattermin für Winterweizen ist immer wieder ein Diskussionspunkt auch weil die Saatzeitspanne so groß ist wie bei keiner anderen Kultur. Die einen argumentieren: Frühe Saaten können sich besser entwickeln, kommen mit geringeren Saatstärken und somit auch Kosten aus und bieten gleichzeitig noch die sichere Möglichkeit einer Herbizidbehandlung, was vor allem auf Standorten mit hohem Besatz vorteilhaft ist. Die anderen erwidern: Späte Saaten hingegen sind weniger krankheitsanfällig gegen Fußkrankheiten, Virosen und tierische Schaderreger und bei den auf den meisten Standorten wärmer ausfallenden Wintern ist das Risiko einer Auswinterung überschaubar und die Bestockungsleistung ausreichend. Insbesondere an Trockenstandorten ist der Grat zwischen (zu) gut entwickelten Beständen im Winter und der späteren starken Reduktion der Triebe, Körner und Korngewichte schmal. Der Landwirt hat allerdings selten die Gelegenheit den direkten Vergleich zweier Saattermine bei sonst gleichen Bedingungen auf dem Feld nebeneinander zu sehen.

Und so wurde in diesem Jahr am Internationalen IPZ in Bernburg der direkte Vergleich gestartet. Nach den Vorfrüchten Raps, Weizen und Erbsen wurden die Sorten „JB Asano“, „Genius“ und „Patras“ zu zwei unterschiedlichen Saatterminen im Abstand von etwa zehn Tagen gedrillt und dabei nur die Saatstärken den Zeitpunkten entsprechend der Sortenbeschreibungen angepasst. Die Feldaufgangsraten sind vergleichbar und die Herbizidmaßnahmen gesetzt. Momentan haben die später gedrillten Varianten zwei bis drei Triebe, die zeitiger gedrillten bereits vier bis fünf Triebe.

In der weiteren Entwicklung werden die Anzahl der gebildeten Bestockungstriebe zu Schossbeginn und die Anzahl ährentragender Halme bestimmt, um so auch Rückschlüsse auf das Reduktionsverhalten der Pflanzen bei vorherrschender Witterung ziehen zu können. Abgeschlossen werden die Untersuchungen dann im Juli 2021 mit der Ernte, bei der Ertrag und Qualität der Erntegüter erfasst und verglichen werden.

Diese, wie auch weitere Untersuchungen in den Versuchen am IPZ können durch studentische Projekt-, Bachelor- oder Masterarbeiten begleitet werden. Weitere Themen finden Sie auch auf der Homepage: https://www.dlg-ipz.de/de/angebote