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Handels-Manager gegen Ministerin Klöckner

Kleineren Lieferanten bleibe oft nichts anderes übrig, als unfaire Handelspraktiken des Lebensmitteleinzelhandles (LEH) zu akzeptieren, um nicht ausgelistet zu werden, kritisierte Julia Klöckner, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vergangene Woche in Berlin. Die Ministerin hatte während einer Pressekonferenz ihren Gesetzentwurf präsentiert, mit dem sie landwirtschaftliche Erzeuger und kleinere Lebensmittel-Lieferanten vor dem Druck des LEH schützen will.

Die Reaktion kam prompt - von Mächtigen nach ganz oben. Die Chefs der vier größten deutschen Unternehmen des LEH beschweren sich in einem Brief an Kanzlerin Merkel über Klöckner. Wie die „Wirtschaftswoche“ als erstes Medium berichtete, kritisieren die Manager unter anderem, die Ministerin zeichne „ein Zerrbild der Lebensmittelhändler, die angeblich systematisch Verträge und Recht brechen“.  Es ist von einer „beispielslosen Diffamierung“ durch ein Mitglied der Bundesregierung die Rede.

Unterzeichnet ist das Schreiben nach Medienberichten von Markus Mosa (Edeka), Lionel Souque (Rewe), Markus Dicker (Aldi) und Klaus Gehrig (Schwarz-Gruppe), dem Präsidenten des Handelsverbandes Deutschland, Josef Sanktjohanser und Friedhelm Dornseifer, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels.

Wie das Handelsblatt berichtet, hat zusätzlich zu Kanzlerin Merkel das gesamte Bundeskabinett den Beschwerdebrief der Handelsmanager erhalten.