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Überschüsse managen: Pfandsystem für Gülle

Tierhalter haben zu viel Gülle, die Biogasanlagenbetreiber gut gebrauchen können. Maike Scherbring schlägt ein Pfandsystem vor, das allen nützen soll und startet dazu eine Umfrage.

Das an der Universität Göttingen zusammen mit der Universität Kiel entwickelte System folgt einem klaren Plan: Tierhalter in Veredelungsregionen, und besonders auch solche in den roten Regionen, reduzieren ihre hohen Nährstoffüberschüsse, sparen Lagerkapazität ein und bekommen mehr Stickstoff (N) aus ihrer Gülle an die Pflanze. Gleichzeitig bietet das System Biogasanlagenbetreibern die Möglichkeit, sich ihre Substratbasis zu sichern und sich für die Verwertung von Nährstoffen bezahlen zu lassen.

Konkret sieht das Pfandsystem vor, dass Landwirte ihre gesamte Gülle gegen Zahlung eines Pfands an eine Biogasanlage abgeben. Nehmen sie dann genauso viele Nährstoffe in Form von Gärrückständen zurück, wie sie zuvor als Gülle abgegeben haben, erhalten sie den vollständigen Geldbetrag zurück.

Nehmen die Landwirte hingegen weniger oder mehr zurück fungiert die Biogasanlage (BGA) als „Nährstoffdrehscheibe“. In diesem Fall ist die BGA für die Verwertung des Überschusses verantwortlich. Landwirte, die mehr Gärrückstand aufnehmen als sie zuvor als Gülle abgegeben haben, erhalten zusätzliches Pfandgeld. Landwirte, die weniger aufnehmen, bekommen nur einen Teil des Pfandes zurück. Nehmen alle Landwirte insgesamt weniger zurück als sie an Nährstoffen abgegeben haben, kümmert sich die Biogasanlage um die Verwertung der Gärreste. Bezahlt wird sie dafür über das einbehaltene Pfand.

Um das System auch für die Landwirte interessant zu gestalten, könnte die BGA zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel die Düngebedarfsermittlung oder Dokumentation anbieten.

Doch welche Vorteile hat das Pfandsystem nun für die Landwirte?

  1. Eine kontinuierliche Abgabe der Wirtschaftsdünger an eine BGA wird auf die notwendige Lagerkapazität angerechnet.
  2. Solange das Pfand pro m³ Gülle geringer ist als die Kosten der überbetrieblichen Gülleverwertung, sparen die Landwirte Kosten.
  3. Durch die Wirtschaftsdüngervergärung werden Treibhausgase eingespart und die Landwirte tragen automatisch zur Erreichung der Klimaschutzziele bei.
  4. Die Landwirte erhalten bedarfsgerechten, besser pflanzenverfügbaren Dünger wieder.

In einer Umfrage möchte die Masterstudentin nun klären, ob Sie als Landwirte überhaupt bereit sind, an einem solchen System teilzunehmen und welche Konditionen Ihnen dabei besonders wichtig sind. Die (anonyme) Umfrage richtet sich vor allem an tierhaltende Betriebe.

Machen Sie bei der kurzen Umfrage mit und zeigen Sie, worauf es Ihnen ankommt. Die Auswertung erfolgt selbstverständlich anonym. Alle Daten werden ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Name und Anschrift werden nicht abgefragt: https://ww3.unipark.de/uc/kiel_goe_wirtschaftsduenger/