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Datenbank Futtermittel: Nährstoffgehalte im Vergleich

Die DLG-Datenbank Futtermittel stellt die mit Abstand wichtigste Dokumentation zur Nährstoffzusammensetzung von Einzelfuttermitteln in Deutschland dar. Sie ist damit nicht nur eine äußerst interessante, sondern vor allem eine extrem bedeutsame Datengrundlage, um beispielsweise systematische Veränderungen in der Nährstoffzusammensetzung in Bezug auf Faktoren wie der Zeit oder der Anbauregion nachvollziehen zu können.

Während ihrer Zeit als Praktikantin bei der DLG beschäftigte sich die Göttinger Agrarwissenschaftsstudentin Marilena Lambrich im Fachzentrum Landwirtschaft unter anderem schwerpunktmäßig mit der Begutachtung der Datenstruktur und -güte der DLG-Datenbank Futtermittel. Zu dieser Thematik fertigte sie ihre Masterarbeit an, indem sie für ausgewählte Futtermittel die Zusammenhänge der Inhaltsstoffe mit weiteren Faktoren untersuchte. Gleichzeitig wurden wichtige Aspekte für die Nutzung der Datenbank geklärt, zum Beispiel wurde ein Vergleich älterer Daten mit aktuellen Mittelwerten angestellt und untersucht, inwieweit ein Einfluss klimatischer bzw. zeitlicher Faktoren auf die durchschnittlichen Gehalte an Nährstoffen insgesamt besteht. Des Weiteren wurde der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Region auf die Inhaltsstoffgehalte der Futtermittel ausübt.

In einer sehr umfangreichen Arbeit setzte sich Master-Studentin Lambrich mit einer großen Bandbreite von Futtermitteln auseinander, die vom Grünlandaufwuchs bis zu Mais, Weizen, Gerste und Raps inkl. der entsprechenden Koppelprodukte reichte. Mit klar benannten Hypothesen fokussierte sie die Herausforderung der Auswertung einer umfangreichen Datengrundlage umfassend auf die wichtigsten zu beantwortenden Fragestellungen.

Die Daten aus der Datenbank wurden nach einem einheitlichen und klar strukturierten Schema ausgewertet. Eine kritische Auseinandersetzung mit methodischen Aspekten der Arbeit und das Hinterfragen der Ergebnisse verdeutlichten die intensive Beschäftigung mit der Materie in allen Details. Ihr Masterkolloquium im Rahmen einer Online-Konferenzschaltung absolvierte Marilena Lambrich am 18. Juni 2020 erfolgreich mit einem sehr guten Ergebnis.

Die Ergebnisse im Überblick:

Generell besteht lediglich ein geringer zeitlicher bzw. klimatischer Einfluss auf die Höhe der Inhaltsstoffe. Sehr warme und/oder niederschlagarme Jahre üben einen stärkeren Einfluss auf die Gehalte an Nährstoffen aus. Die züchterische Bearbeitung führt über die Jahre hinweg zusätzlich zu Veränderungen bezüglich der Nährstoffgehalte. Für eine exakte Schätzung der Futtermittelzusammensetzung sollten historische Daten (auch) in Kombination mit neueren Werten berücksichtigt werden. Dies dient als Beleg dafür, dass ältere Daten auch heute als weiterhin gut nutzbar gelten.

Mittlere Nährstoffgehalte einzelner Bundesländer weichen meist kaum vom Durchschnittswert innerhalb Deutschlands ab. Somit können Landwirte auch gut auf gesamtdeutsche Daten zurückgreifen und damit vergleichbare Erkenntnisse wie bei Nutzung von Informationen über Futtermittelinhaltsstoffe aus ihrem Bundesland erlangen.

Die Zukunft der DLG-Futtermitteldatenbank hängt von einer kontinuierlichen Erweiterung der Datenstruktur ab. So sollte mit den heutigen technischen Möglichkeiten versucht werden, eine größere Datenmenge standardisiert und automatisiert in die Datenbank zu übertragen. Dabei muss zukünftig auch die Bedeutung einer umfassenden, korrekten Beschreibung einzelner Proben wieder stärker in den Fokus gerückt werden. Genaue Angaben beispielsweise zum Ausgangsmaterial, zum Vegetationsstadium zur Ernte oder zur Herkunft, idealerweise mit Postleitzahl, erhöhen den Informationsgehalt für weiterführende Auswertungen deutlich.

Weitere Informationen erhalten Sie im DLG-Fachzentrum Landwirtschaft (Kontakt: Dr. Detlef Kampf, Tel.: 069/24788-320, Mail: d.kampf@dlg.org).