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Schutztücher für Mähwerke müssen sicher sein

Beim Einsatz von Mähwerken können Personen in der Umgebung durch herausgeschleuderte Gegenstände oder Maschinenteile wie zum Beispiel Steine, aber auch abgebrochene Klingen schwer verletzt werden. Deshalb dürfen solche Maschinen nur mit entsprechenden Schutzeinrichtungen betrieben werden. Hier kommen flexible Schutzeinrichtungen, vor allem Schutztücher, zum Einsatz.

Die Mindestanforderungen an deren Materialeigenschaften sowie die Prüfung dieser Mindestanforderungen wurden 2009 nach mehrjährigen Verhandlungsrunden von einer internationalen Gruppe aus Firmenvertretern und staatlichen Sicherheitsfachkräften in der ISO-Norm 17103 „Landmaschinen – Kreisel- und Schlegelmäher – Prüfmethoden und Annahmekriterien für Schutztücher“ festgelegt. Bei der Planung der Prüfung wird dabei zwischen Messerumfangsgeschwindigkeiten von ≤ 90 m/s und > 90 m/s unterschieden.

Hohe Festigkeitsanforderungen

In einer Simulationsprüfung, die den alltäglichen Gebrauch nachvollzieht, werden Schutztücher für Mähwerke sowohl auf ihre Zerreißfestigkeit längs und quer zur Webrichtung als auch auf ihre Durchstoßfestigkeit und ihre Verschleißfestigkeit geprüft. Die Mindestanforderungen der ISO 17103:2009 geben dabei Zerreißwiderstände von mindestens 6.000 N in beide Richtungen sowie Mindestwerte von 2.500 N bzw. 24 Nm für die Durchstoßkraft bzw. -arbeit vor. Hinzu kommt eine Verschleißfestigkeitsprüfung, in der das Verhalten des Schutztuchs gegen Abrieb geprüft wird.

Landwirte trotz Sicherheitsprüfung in der Pflicht

Dass die Industrie ohne Weiteres die geforderten sicherheitstechnischen Vorgaben einhalten kann, zeigen die regelmäßigen DLG-Sicherheitstests von Schutztüchern verschiedener Hersteller. Mit dem Verbauen entsprechender neutral geprüfter Materialien und anderer sicherheitstechnischer Einrichtungen haben die Landmaschinenhersteller alles in ihrer Macht stehende für den Schutz ihres Mähwerkes getan.

Dass ein Hersteller die Anforderungen an das von ihm vertriebene Produkt kennt und dass selbiges diesen entspricht, wird üblicherweise über eine CE-Kennzeichnung nach außen sichtbar dokumentiert. Trotzdem bleibt der Landwirt weiterhin in der Pflicht: Als Betreiber der Maschine ist er dafür verantwortlich, dass seine als gefährlich eingestufte Maschine immer den geltenden Sicherheitsansprüchen entspricht. Dies bedeutet, dass sich das Mähwerk und in erster Linie dessen Schutztücher in einem einwandfreien und funktionsfähigen Zustand befinden müssen. Hiervon sollte man sich vor jeder Inbetriebnahme überzeugen und beschädigte Tücher gegebenenfalls gegen neue, nach ISO 17103:2009 geprüfte Schutztücher austauschen.