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Körnermais: Was bringt er in den Anbauversuchen?

Montagmorgen 7:45 Uhr: Sonnenaufgang bei unter 6 °C, eine Luftfeuchte von deutlich über 90 Prozent am Internationalen Pflanzenbauzentrum der DLG in Bernburg. Klassisches Erntewetter würden die Meisten das wohl nicht nennen. Aber schon eine Stunde später rollt der Drescher in diesem Jahr zum letzten Mal raus aufs Feld. Denn während schon der Weizen aus dem Boden spitzt, muss der Körnermais erst noch geerntet werden. Und dieses Bild zeigt sich in einigen Regionen der Republik; ist doch auch die Anbaufläche für Körnermais in diesem Jahr um 1,9 Prozent auf 424.000 ha (DMK, 2020) gestiegen.

Denn die Vorteile liegen auf der Hand…

Die Möglichkeit einer vorgeschalteten Winterzwischenfrucht hilft bei der Verbesserung der Bodenstruktur und erfüllt die Greening-Auflagen. Der Mais als Sommerung ermöglicht zudem eine abwechslungsreiche Herbizidstrategie, was besonders auf Standorten mit zum Beispiel starkem Ackerfuchsschwanzbesatz vorteilhaft sein kann. Und noch ein gutes Argument: Die Arbeitsspitzen werden deutlich entzerrt, vor allem zur Erntezeit.

…und gleichen vermeintliche Nachteile schnell aus.

Zwei Hauptpunkte dafür werden in der Diskussion oft angeführt:

Hohe Strohmengen werden oft als Hindernis für einen gleichmäßigen Feldaufgang angeführt. Ein Pflügen kann dabei unter Umständen die Strohmatte einfach nach unten „klappen“, sodass diese nahezu unverändert im nächsten Jahr wieder nach oben befördert wird. Im Systemvergleich Fruchtfolge in Bernburg werden die Stoppeln gemulcht und die Parzellen anschließend mit der Scheibenegge und dem Grubber tief bearbeitet. Der dann folgende Weizen brachte so vergleichbare Aufgangsraten zu anderen Vorfrüchten.

Die späte Aussaat durch späte Ernte kostet Ertrag:

In den vergangenen sechs Jahren wurde am Standort ein ähnliches Ertragspotential erreicht wie nach Raps in einer Raps – Weizen – Weizen-Fruchtfolge und damit immer besser als der Weizen nach Zuckerrübe bei häufig gleicher Saatzeit.

Was bringt er auf den Anhänger?

In diesem Jahr konnten im Schnitt 7 t/ha Frischmasse mit etwa 25 Prozent Feuchte gedroschen werden. Mit Ausnahme des Erntejahres 2018 (knapp 5 t/ha) wurden auch bei der großen Trockenheit am Standort Bernburg stabile Erträge zwischen 7 und 9 t/ha erzielt. In 2015 konnten sogar fast 12 t/ha (bezogen auf 32 Prozent Feuchte) gedroschen werden. Im Vorteil sind natürlich Betriebe, die über eine eigene Trocknung verfügen, um die Kosten zu senken.

Kurzum…

Der Körnermais bringt einige Vorteile für den Boden, die Fruchtfolge und den gesamten Betrieb und kann so eine lukrative Alternative sein.