Zum Hauptinhalt springen

Für den Zucker im Lebkuchen…

Die Zeit, wenn die ersten Lebkuchen in den Regalen der Supermärkte Platz nehmen, ist auch die Zeit, wenn die Zuckerfabriken im Land wieder auf Hochtouren laufen. Ob für klassischen Kristallzucker, Puderzucker oder Fondant, als Futtermittel in Form von Schnitzeln, Pellets oder Melasse oder als Düngekalk – die heimische Zuckerrübe lässt sich vielseitig nutzen. Und so wundert es nicht, dass derzeit wieder große Rübenmieten an den Feldrändern liegen und von zahlreichen Lkw in die Fabriken gebracht werden.

So auch vom Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum (IPZ) in Bernburg aus. Hier wird in einem Systemvergleich untersucht, wie sich die Zuckerrüben ertraglich und in ihrer Qualität in Abhängigkeit vom Anbau in verschiedenen Fruchtfolgen unterscheiden.

In diesem Jahr herrschten zur Aussaat im Frühjahr kühle und trockene Bedingungen. Von März bis Mai fiel deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Der trockene Juli hatte glücklicherweise nicht die hohen Temperaturen der vergangenen Jahre. Und so konnte der Niederschlag im August (über 80 mm an einem Tag und ca. 110 mm im ganzen Monat) von den Rüben gut genutzt werden.

Die Trockenheit zu Beginn der Vegetation zeigte allerdings deutliche Auswirkungen auf die Wirkung der Herbizide. Durch verringerte Bodenwirkung wurden am Standort Nachtschatten, weißer Gänsefuß und vor allem Knötericharten zu einem großen Problem und mussten trotz mehrmaligem Herbizideinsatz mit mechanischer Unkrautbekämpfung nachbehandelt werden. Ein Befall mit pilzlichen Schaderregern blieb lange Zeit aus. Erst im September zeigte sich bekämpfungswürdiger Mehltaubefall in allen Varianten.

Im Systemvergleich Fruchtfolge findet sich die Zuckerrübe in drei Fruchtfolgen:

  1. GPS-Triticale - Zuckerrübe – Silomais (vor der Zuckerrübe mit bzw. ohne Zwischenfrucht) – Biogasfruchtfolge
  2. Zuckerrübe - Winterweizen – Winterweizen
  3. Zuckerrübe – Sommerdurum – Winterraps – Winterweizen – Körnererbsen – Winterweizen

Dabei war die Zuckerrübe in der Vergangenheit immer dankbar für die lange Fruchtfolge und wenig ertragreich in der Biogasfruchtfolge. In diesem Jahr fanden sich keine großen Unterschiede zwischen den Fruchtfolgen. So wurden in allen Fruchtfolgen Erträge um 450 dt/ha bei 17 bis 19 Prozent Zucker geerntet.

Eine Frage, die beim Zuckerrübenanbau immer wieder gestellt wird: Wieviel Ertrag kostet die Zwischenfrucht?

Am IPZ wurden seit 2016 in der Biogasfruchtfolge untersucht, inwieweit der Anbau einer Zwischenfrucht vor den Rüben einen Einfluss auf deren Ertragsleistung hat. Dabei lagen in zwei der fünf Jahre die reinen Rübenerträge der Parzellen mit Zwischenfruchtanbau sogar leicht über denen ohne Zwischenfruchtanbau. Beim Blick auf den bereinigten Zuckerertrag zeigen sich in vier der fünf Jahre die Parzellen ohne Zwischenfruchtanbau mit leicht höheren Zuckererträgen zwischen 0,3 und 0,9 t/ha.

Die Daten werden nun wie gewohnt statistisch analysiert, um die Ergebnisse sicher einordnen zu können.

Autorin: Siv Biada, DLG-IPZ