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Neues Merkblatt zur Strukturierung von Buchten

Derzeit beschäftigen sich viele Projekte und Forschungsgruppen mit dem Stall der Zukunft, in dem Tierwohl, Umweltschutz und Aspekte des Arbeitsschutzes sowie der Wirtschaftlichkeit vereint sein sollen. Meist sind diese Punkte nur in komplett neuen Ställen umsetzbar, die von Grund auf neu geplant werden müssen und hohe finanzielle Mittel beanspruchen.

Doch wie können vorhandene Ställen optimiert werden, um den genannten Ansprüchen gerecht zu werden? Darüber hat sich eine Arbeitsgruppe des DLG-Ausschusses Schwein in den letzten sechs Monaten Gedanken gemacht, eigene Erfahrungen gesammelt und in einem neuen DLG-Merkblatt zusammengefasst.

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Das Ziel einer optimalen Buchtenstruktur ist, dass jedem Schwein zu jeder Zeit das ungehinderte Ausleben der eigenen Bedürfnisse ermöglicht wird. Jedes Tier in der Gruppe sollte die Möglichkeit haben, Ruhezeit mit tiefem Schlaf ebenso wahrnehmen zu können wie Aktivitätszeit, in der Spiel- und Erkundungsdrang ausgelebt werden können – ohne von anderen Tieren gestört zu werden. Damit kann Stress bei den Tieren wirkungsvoll reduziert und die Tiergesundheit positiv beeinflusst werden.

Um den in der Tierschutznutztierhaltungs-Verordnung geforderten, unvermeidlichen Kontakt der Tiere mit Kot und Harn zu reduzieren, wurden Haltungseinrichtungen für Schweine in den letzten Jahrzehnten überwiegend mit Spaltenboden ausgestattet. Aus hygienischen Gründen haben diese Systeme durchaus ihre Berechtigung. Der Kompromiss sollte dabei jedoch sein, den Tieren auch eine adäquate Liegefläche sowie über das übliche Lüftungssystem hinausgehende Möglichkeiten zur Thermoregulation zur Verfügung zu stellen. Die Kotbereiche in der Bucht sollten zudem auf spezifische Flächen minimiert werden, was sich durchaus steuern lässt. Hieraus ergeben sich Vorteile im Hinblick auf die Luftqualität im Aufenthaltsbereich der Schweine.

Im neuen DLG-Merkblatt 458, in das auch Erfahrungen aus den vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz eingeflossen sind, werden Lösungsansätze aufgezeigt, wie in bestehenden Haltungssystemen und Gruppengrößen eine sinnvolle Buchtenstruktur umgesetzt werden kann. Zur Veranschaulichung werden am Ende des Merkblatts auch Praxisbeispiele anhand von Bildern vorgestellt. Die verschiedenen Möglichkeiten orientieren sich dabei am natürlichen Verhalten der Schweine sowie deren Bedürfnissen.

Die Entwicklung einer optimalen Buchtenstruktur kann im Einzelbetrieb nur in Kombination mit einer guten Tierbeobachtung gelingen. Lesen Sie im neuen DLG-Merkblatt 458 „Strukturierung von Buchten für Ferkelaufzucht und Schweinemast“, auf was Sie beim Umbau achten sollten.