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Auch Vorratsschutz heißt Nahrungsmittelverluste vermeiden

Verluste und Verschwendung von Nahrungsmitteln sind weltweit sehr hoch, ja zu hoch. In Mitteleuropa werden Lebensmittel verschwendet und einfach weggeworfen. In Entwicklungs- und Schwellenändern spielen hingegen oft die Verluste direkt nach der Ernte eine größere Rolle.

Die DLG greift das Thema, wie Nachernteverluste in der Verantwortung der Bäuerinnen und Bauern deutlich reduziert werden können, vielschichtig auf. So präsentiert die DLG International auf ihren internationalen Messen Ausstellungsmaterialien zu technischen Möglichkeiten und gibt organisatorische Hinweise zur Verringerung von Nachernteverlusten.

Diese englischsprachigen Materialien wurden durch den EZ-Scout bei der DLG gemeinsam mit dem Globalvorhaben Nachhaltige Landwirtschaft (NAREN) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Fachbereich Agrartechnik der Universität Kassel in Witzenhausen entwickelt.

In Deutschland hat das Netzwerk Vorratsschutz unter Leitung des Julius Kühn-Institutes eine nationale Leitlinie zum Integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz entwickelt und stellt diese auf den digitalen DLG-Feldtagen in einer Präsentation vor (https://www.dlg-feldtage.de/de/themenroute-pflanzenschutz). Auch wenn die Nachernteverluste hierzulande weit geringer als die Verschwendung von Lebensmitteln sind, kommt dem Vorratsschutz dennoch eine wichtige Rolle zu, um qualitativ hochwertige Produkte vermarkten zu können.

Für das jetzt eingelagerte Getreide gibt das Netzwerk Vorratsschutz aktuell diesen Rat: Wachsam sein!

Wichtig ist jetzt ein gut aufgestelltes, engmaschiges Monitoring im gefüllten Lager, um einen eventuellen Befall mit Schadorganismen frühzeitig zu erkennen. Standardmäßig kommen dafür Geruchs- und Sichtkontrollen sowie Temperaturkontrollen zum Einsatz. Auch unbeköderte Fallen (zum Beispiel Fliegenklebefallen, Becherfallen) und beköderte Fallen (zum Beispiel Pheromonfallen, Futterlockstofffallen, Lichtfallen) werden zur Früherkennung eines Befalls eingesetzt.

Hier ist die Empfehlung  –  jetzt wo die Insekten gute Bedingungen vorfinden  –,  1x wöchentlich die Ware zu sichten, die Fallen und die Temperatur zu kontrollieren, beköderte Fallen nach zwei Wochen zu wechseln und bei Befall sofort zu reagieren:

  1. Ursachen des Befalls ermitteln
  2. Ware reinigen und umlagern
  3. Befall bekämpfen (zum Beispiel Ware runterkühlen, Nützlinge einsetzen)

Tierische Schädlinge im Getreidelager können auch niedrigschwellig durch eine stichprobenartige Kontrolle mit einem Käfersieb nachgewiesen werden, betont der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW in Köln. Durch eine genauere Bestimmung der isolierten Käfer können Sie dann gezielte Gegenmaßnahme ergreifen, damit nicht mit „Kanonen auf Spatzen geschossen“ werden muss.