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Biogas-Strom: Mehr Geld für mehr Flexilbilität

Die Idee sei einfach: Statt permanent Strom aus Biogas zu erzeugen, sollen Vertragspartner der Firmen ASL und Alpiq nur dann Strom liefern, wenn er im Netz gebraucht wird – und entsprechend profitabel auf dem Strommarkt verkauft werden kann. „Die Anlage wird effizienter und rentabler für den Betreiber. Ob es eine Anlage in die Biogas-Champions League schafft, prüfen wir bei interessierten Betreibern. Dazu schauen wir uns die Performance und Speicherkapazität an“, wird der Geschäftsführer der in Schleswig-Holstein ansässigen Agrarservice Lass (ASL) in einer Pressemitteilung zitiert.

Deren Kooperationspartner, die Firma Alpiq*, biete nun einen Festpreis pro Kilowattstunde für Biogasanlagen an, die flexibel als regeneratives Speicherkraftwerk gefahren werden können statt nur auf Grundlast. Dieser Fixpreis gebe den Anlagenbetreibern Planungssicherheit. Außerdem ermögliche er bessere Finanzierungskonditionen bei den Banken, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zuerst prüfe ASL, Spezialist für regenerative Speicherkraftwerke, ob die Biogasanlage in ein flexibles Speicherkraftwerk umgerüstet werden kann. Danach vermarkte die Energiehändlerin Alpiq den Biogas-Strom. Einen starken Anreiz zur Umrüstung schaffe auch der aktuelle Entwurf der EEG-Novelle, der die Deckelung der Flexibilitätsprämie für Biogasanlagen abschaffen will. Künftig würden alle Betreiber, die ihre Anlage nachrüsten, von der jährlich ausgezahlten Prämie profitieren.

Alpiq übernimmt Einsatzplanung

Die Firma Alpiq übernehme die Prognosen und Vermarktung des Stroms aus Biomasse ebenso wie die Fernsteuerung der Biogasanlage und alle Meldeprozesse. Alpiq bringe die Flexibilität der Anlage an den Markt und garantiere vertraglich die Mehrerlöse. Die Höhe des Festpreises werde zu Beginn anhand der technischen Möglichkeiten des jeweiligen Speicherkraftwerks vereinbart.

Im September Verträge kündigen

Bis Ende September könnten viele Landwirte ihre bestehenden Verträge mit Energiehändlern kündigen oder neu verhandeln, da zahlreiche Verträge mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahresende laufen. Interessenten könnten sich ab sofort bei ASL (https://www.agrarservice-lass.de/) melden, um das Potential ihrer Biogasanlage prüfen zu lassen.

Hier ein Kurzfilm, wie ein regeneratives Speicherkraftwerk funktioniert.

* Die Alpiq Holding AG ist ein international tätiger Schweizer Energiekonzern mit Sitz in Lausanne. Das Unternehmen erzielt mit rund 1.500 Mitarbeitern rund 4 Mrd. CHF Umsatz.