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AK Futter und Fütterung: Die Arbeit geht weiter

Der DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung stellt die Arbeitsplattform zur Entwicklung von allgemeingültigen Fütterungsempfehlungen in Deutschland dar. Der intensive fachliche Austausch der Beteiligten aus Wissenschaft, Beratung, Analytik und Wirtschaft bildet dabei die wichtigste Grundlage zur Weiterentwicklung bereits geltender sowie zur Einführung neuer Beratungsinformationen und der Implementierung von Innovationen.

Trotz der Corona-bedingten Absage des eigentlich in Bamberg geplanten Zusammentreffens wurde mit der Online-Sitzung am 16. und 17. Juni 2020 eine gute Alternative gefunden, mit der sichergestellt werden konnte, dass große Teile des Aufgabenbereichs auch in der aktuell schwierigen Phase bearbeitet und vorangetrieben werden können. Es ist somit zukünftig gut vorstellbar, Teile der Sitzungen sowie vorbereitende Besprechungen auf diese Art und Weise effizient durchzuführen, wenn sichere und leistungsfähige Lösungen für Alle und eine weitere Verbesserung der Internetanbindung des Einzelnen geschaffen werden.

Zu den derzeit wichtigsten Aufgaben des Gremiums zählen die Aktualisierungen der Nährstoffausscheidungen der Nutztiere an die Entwicklungen in Forschung und Praxis. Unter Anwendung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Nährstoffversorgung und -verwertung werden neue Fütterungsverfahren entwickelt, bestehende entsprechend angepasst. Mit diesem Vorgehen wird sichergestellt, dass zur Anwendung der Vorgaben von Dünge- und Stoffstrombilanzverordnung möglichst konkrete Zahlen zu erforderlichen und gleichzeitig umsetzbaren Anpassungen für die Schweine-, Geflügel- und Rinderfütterung vorliegen.

Für den Bereich Schwein wurde ein DLG-Kompakt erarbeitet, dass auf Basis des DLG-Merkblatts 418 zentrale Zusammenhänge in einfacher und prägnanter Form darstellt. Die Arbeiten zur Umsetzung N-/P-reduzierter Verfahren und zur Berücksichtigung der Grobfutterleistung in der Milchkuhfütterung wurden mit Fertigstellung der DLG-Merkblätter 443 (Grobfutterleistung) und 444 (N-/P-reduzierte Fütterungsverfahren) abgeschlossen, unter den Überschriften „Viel Milch aus Grobfutter“ und „Praxisumsetzung einer N-/P-reduzierten Milchkuhfütterung“ sind DLG-Kompakt-Formate in Arbeit. Die Arbeiten zu N-/P-reduzierten Fütterungsverfahren bei Masthähnchen, Jung- und Legehennen wurden beendet, die Veröffentlichung des diesbezüglichen DLG-Merkblatts ist in Vorbereitung. Aktuell laufen Arbeiten zu Nährstoffausscheidungen und zu N-/P-reduzierten Fütterungsverfahren bei Mastputen, Masthähnchenelterntieren und in der Kälbermast.

Weitere Arbeitsschwerpunkte liegen in der Weiterentwicklung der Bewertungswerkzeuge zur Charakterisierung der Energie- und Eiweißversorgungssituation von Milchkühen anhand der Daten aus der Milchkontrolle, hierzu wurde das DLG-Merkblatt 451 „Milchkontrolldaten zur Fütterungs- und Gesundheitskontrolle bei Milchkühen“ herausgegeben. Des Weiteren laufen die Arbeiten zur Aktualisierung der Empfehlungen der DLG-Broschüren 1/2001 und 2/2001, hier wird der aktuelle Kenntnis- und Empfehlungsstand zusammengefasst, die DLG-Broschüre Rationsplanung und Fütterungskontrolle bei der Milchkuh zur EuroTier 2021 vorgelegt.

Hinsichtlich des Zusammenhangs von Fütterung und Tierwohl werden derzeit die wichtigsten Informationen zur Faserversorgung und zur Beschäftigung durch das Futter beim Schwein im DLG-Merkblatt Fütterung und Tierwohl beim Schwein zusammengetragen. Weitere Arbeiten konzentrieren sich auf die Sammlung von Informationen zu einer Nachhaltigeren Nutztierhaltung – Potential aus Futter und Fütterung beziehungsweise zu Maßnahmen aus Sicht der Fütterung zur Methanminderung beim Rind in DLG-Merkblättern und/oder DLG-Kompakt.

Die 78. Sitzung des Arbeitskreises Futter und Fütterung wird am 8. und 9. Dezember 2020 in Kassel stattfinden. Weitere Informationen erhalten Sie im DLG-Fachzentrum Landwirtschaft (Kontakt: Dr. Detlef Kampf, Tel.: 069/24788-320, Mail: d.kampf@dlg.org).