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Was die Kartoffelbauer dieser Tage bewegt

Wir fragten den Vorsitzenden des Fachbeirats der PotatoEurope, den Landwirt Martin Umhau aus Oschatz:

Martin Umhau: „Als erstes die Marktsituation: Wie immer leiten sich Erzeugerpreise aus den Ernteprognosen ab, und die sind in diesem Jahr noch schwieriger als sonst. Das liegt insbesondere an den kleinräumig unterschiedlichen Witterungsverläufen in dieser Saison, die für deutliche Ertragsunterschiede sorgen. Während die Erzeuger hier vorsichtig schätzen, prognostizieren die Händler eher großzügig. Und bieten mit Verweis auf hohe Mengen eher geringere Preise. So mancher scheint gar auf Schnäppchen aus zu sein. Hier auf dem Laufenden zu bleiben kann bares Geld bringen.

Erschwert wird die Marktübersicht dadurch, dass aktuell keine nationalen und internationalen Branchentreffs stattfinden können, wie etwa die PotatoEurope, die man sonst für einen Überblick nutzen konnte. Und auch über die kontrahierte Verarbeitungsware machen sie sich Gedanken: Wohin wird die Ware tatsächlich fließen? Geht künftig wieder mehr an die Gastronomie? Und was heißt das dann für die vereinbarten Preiskorridore? 

Umstellen müssen sich viele Anbauer, die den Wegfall von Reglone zur Krautabtötung noch nicht „geübt“ haben. Dem mechanischen Abschlegeln folgt manchmal noch der Einsatz von Shark. Da sollte man sich „herantasten“, meinen Praktiker, denn es sei hier vereinzelt zu Nabel-Endnekrosen gekommen.
 
So bleibt es für Kartoffelanbauer weiter spannend.“