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Facharbeit und Netzwerken brauchen persönlichen Austausch

….„Corona hat uns alle überrascht“, stellte DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke in seiner Begrüßung zu Beginn der Ausschusssitzung fest. Niemand hätte sich vor sechs Monaten vorstellen können, welche mittel- und langfristigen Auswirkungen die Pandemie nach sich ziehe. Das mehrmonatige Verbot, Fachveranstaltungen und Messen durchzuführen, habe die DLG als offenes Netzwerk und internationale Plattform mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Zwar hätten sich zwangsläufig alternative Austauschmöglichkeiten auf virtueller Ebene entwickelt, so Grandke weiter, diese hätten sicher auch post-Corona noch ihre Berechtigung und dürften einige physische Treffen der Vergangenheit ersetzen.

"Dennoch", zeigt Grandke überzeugt, "fehlt vielen Praktikern und Experten das 'echte Netzwerken' im Rahmen eines persönlichen Austauschs". Von daher zeigte der DLG-Hauptgeschäftsführer sich erfreut, dass der Ausschuss Schwein zu einem Treffen im DLG-Haus zusammenkam. 
Thematisch stand der Verordnungsentwurf der neuen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Mittelpunkt der Sitzung.

Der Ausschuss-Vorsitzende Dr. Jörg Bauer begrüßte als Gast Dr. Karl-Heinz Tölle von der ISN-Projekt GmbH, der in einem Impulsvortrag auf den Entstehungsprozess der Verordnung einging und auf einige Knackpunkte hinwies. Klärungsbedarf besteht unter anderem noch bei der Fixierungsdauer und den Platzvorgaben der Sauen im Deckzentrum, zulässige Fütterungsverfahren und Beschäftigungsmaterialien oder Grenzwertüberschreitungen von Schadgaskonzentrationen im Stall. Es gebe noch viel Interpretationsspielraum, der üblicherweise in Ausführungshinweisen der Länder geregelt werden muss. Diese sollten – und da waren sich die Ausschussmitglieder einig – möglichst einheitlich definiert werden, damit nach Inkrafttreten der Verordnung die Kontrollbehörden einheitlich vorgehen und somit keine Insellösungen oder Flickenteppiche entstehen.

Im Anschluss informierte DLG-Vizepräsident Philipp Schulze Esking über die Vorschläge der „Borchert-Kommission“ zur Nutztierstrategie. Zielbilder, Umsetzung und Finanzierung standen hier im Vordergrund, wobei die Vorschläge der Kommission noch in der Branche diskutiert werden müssen – dies war auch die Forderung einiger Ausschussmitglieder.

Fachlich arbeitet der Ausschuss Schwein aktuell an einem Merkblatt zur Strukturierung von Buchten für die Schweinehaltung, das konkrete Umbaumöglichkeiten konventioneller Buchten für Ferkelaufzucht und Schweinemast aufzeigt und demnächst veröffentlicht wird.