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ATLAS als Werkzeug zur Vernetzung der Landwirtschaft

Das Internationale DLG-Pflanzenbauzentrum (IPZ) ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Digitalisierungsprojektes ATLAS, welches am 1. Oktober 2019 begonnen hat. Das 3-jährige Projekt ATLAS hat zum Ziel, eine neue Ebene der Interoperabilität, das heißt die Zusammenarbeit verschiedener Systeme von Landmaschinen, Sensoren und Datenservices, welche bis dato eine immer noch ungenügende Kompatibilität besitzen, für den Landwirt zu ermöglichen.

Die aus dem ATLAS-Projekt hervorgehende Datenplattform ermöglicht dem Landwirt die volle Datenhoheit zu behalten, sowie die Entscheidung darüber, mit wem er diese Daten an welcher Stelle teilen möchte.

Aktuell wurde am IPZ in Zusammenarbeit mit der AEF Agricultural Industry Elektronics Foundation eine Anforderungsanalyse an Landmaschinen- und Sensorhersteller durchgeführt, um den Sachverhalt zu ermitteln, wie eine datengetriebene Landwirtschaft vorangetrieben werden kann.

Hierzu sollten die Hersteller Informationen geben, wie aus ihrer Sicht, die nächste Generation von Sensorik besser an die Landmaschinentechnik adaptiert werden kann, damit eine verbesserte Zusammenarbeit der Technik aus verschiedenen Herstellerhäusern gewährleistet wird.

Des Weiteren sollten die Landtechnikhäuser Auskunft darüber geben, wie sie mit der nächsten Generation von Landmaschinen zu einer datengesteuerten Landwirtschaft beitragen können.

Mit dieser Datenerhebung wurden alle relevanten Informationen über Datenprotokolle und Schnittstellen von Landmaschinen- und Sensorherstellern ausgewertet, um dieses im Projekt mit zu berücksichtigen. Zur Erläuterung dieser Informationen aus Datenprotokollen und Schnittstellen ist zu sagen, jeder praktizierende Landwirt, der in diesem Bereich schon Erfahrungen gemacht hat, kennt aus der Vergangenheit das Problem der unzureichenden Kompatibilität. Hier sind Schnittstellenproblematiken zwischen der Bürosoftware und den Maschinenterminals zu nennen, welche in der Vergangenheit den Datentransfer zwischen Büro und dem Feld erschwerten.

Das lag zum Teil daran, dass verschiedene Terminal- und Softwarehersteller unterschiedliche API-Schnittstellen (Application Programming Interfaces) sowie Datenformate verwendeten, welche einen herstellerübergreifenden Datenaustausch größtenteils erschwerten.

Auch im Bereich der Anbindung von Sensorik mit entsprechenden Maschinen sowie deren Terminals mussten vielerorts Probleme über umständliche Wege, wie zum Beispiel mit weiteren Kabelbäumen oder zusätzlichen Displays, die eingebaut werden mussten, gelöst werden. Hinzu kam noch, das vorhandene Datentreiber in Softwaren der unterschiedlichen Hersteller unzureichend kommunizierten, wenn diese in der Programmierung nicht mit berücksichtigt wurden.

Über jene Problematiken wurde bis dato allzu oft gesprochen, wenn über die Anwendung von Präzisionslandwirtschaft oder digitalen Werkzeugen in der Landwirtschaft debattiert wurde. Da das Projekt ATLAS unter anderem zum Ziel hat, hier entgegenzuwirken, wurde die Datenerhebung gemacht.

In der Analyse konnte herausgestellt werden, dass auch die Hersteller immer wieder eine große Problematik in der herstellerunabhängigen Zusammenarbeit sehen, welche nicht nur in der Vielzahl von Datenformaten liegt, sondern auch in der Daten- und Funktionssicherheit, die es gilt gegenüber dem Landwirt zu gewährleisten. Somit wollen auch die verschiedenen Hersteller dem entgegenwirken, dass in Zukunft Techniken aus ihrem Hause mit Techniken aus einem anderen Herstellerhaus problemlos kommunizieren können.

Dafür sprechen sich die Hersteller klar für Standardisierungsverfahren in Sachen der Schnittstellen, Datenprotokollen und auch Vernetzung von Maschinen untereinander aus. Damit kann auch der Bereich Datensicherheit abgedeckt werden, der in der Digitalisierung ein wichtiges Fundament bildet.

Hieraus resultiert, wenn eine ausreichende Standardisierung etabliert ist, ermöglicht es auch den Herstellern ihre Systeme problemlos zu adaptieren, um eine datengetriebene Landwirtschaft voranzutreiben. Dadurch, dass im ATLAS-Projekt eine Vielzahl an Herstellern beteiligt ist, wird auch ATLAS als Chance gesehen, dieses zu etablieren.

Über ATLAS

ATLAS hat eine Laufzeit von 36 Monaten und umfasst 30 Partner aus sieben europäischen Ländern: Deutschland, Schweiz, Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien und Lettland. Das Konsortium verfügt über 13 landwirtschaftliche Testbetriebe unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Erzeugnissen an mehreren geografischen Standorten in Europa. Davon sind fünf reine Versuchsgüter, sechs gewerbliche Betriebe und zwei Betriebe, an denen sowohl Forschung als auch kommerzielle Landwirtschaft stattfinden. Die Pilotstudien werden an fünf Kompetenzzentren in den Testbetrieben in enger Kooperation mit den Endnutzern durchgeführt. ATLAS vereint ein hochrangiges Netzwerk aus Akteuren, die schon lange vor der Entstehung des Begriffs „Smart Farming“ in den Bereichen Automation, IoT und Robotik aktiv waren. Die Koordination des Projekts übernimmt das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS). Weitere Infos: www.atlas-h2020.eu

Ansprechpartner bei der DLG:
Florian Schiller, Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum, Am Gutshof 3, 06406 Bernburg-Strenzfeld, Tel.+49 3471 68484-14, E-Mail f.schiller@DLG.org