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Schon beim Drusch an die Stoppelbearbeitung denken

Der Grundstein einer erfolgreichen Stoppelbearbeitung wird schon bei der Ernte der Vorfrucht gelegt. Um nämlich im ersten Bearbeitungsgang flach arbeiten zu können, gilt es zunächst mit dem Mähdrescher und den Abfuhrgespannen möglichst bodenschonend unterwegs zu sein. Wird das Stroh nicht abgefahren, sollte es fein gehäckselt und gleichmäßig verteilt werden –  auch eine kurze Stoppel rottet nicht nur besser, sondern sie erleichtert auch nachfolgende Arbeitsgänge.

Grundsätzlich hat die Praxis in puncto Stoppelbearbeitung inzwischen eine breite Produktpalette zur Verfügung, die von Striegeln über (Flach-) Grubber, (Kurz-) Scheibeneggen, Spatenrolleggen …bis hin zu Stoppelhobeln und (Schäl-) Pflügen reicht.

Je nach Standort, Boden(-zustand) und Verunkrautung ist es aber vor allem die Wahl des „passenden“ Werkzeuges zum richtigen Zeitpunkt, die über den Erfolg der Maßnahme(-n) entscheidet. Dabei sorgen wendend arbeitende Geräte, wie der Schälpflug zwar für den berühmten „sauberen Tisch“ – Wurzelunkräuter können aber eventuell doch wieder aus dem feuchten Erdbalken heraus austreiben. Auch ganzflächig abschneidende nichtwendende Schare z.B. am Flachgrubber versprechen hier nur dann einen wirklich besseren Bekämpfungserfolg, wenn es gelingt, die Wurzeln einerseits ganzflächig abzuschneiden und dann vor dem Wiederaustrieb an der Bodenoberfläche vertrocknen zu lassen. Meist braucht es dazu allerdings mehrere Arbeitsgänge – idealerweise in der Folge mit zunehmender Arbeitstiefe. 

Auch Ausfallgetreide und noch mehr die Samen von Ackerfuchsschwanz und Windhalm sollten durch die Stoppelbearbeitung nicht tief vergraben, sondern zunächst möglichst oberflächennah zur Keimung angeregt werden. Flach arbeitende Grubber, Kurzscheibeneggen und Striegel können hier „passend(-er)“ sein. Bei hohem Beikrautdruck kann gar ein Scheinsaatbett sinnvoll sein. Dazu sollte es allerdings gelingen, drei bis vier Wochen vor dem geplanten Termin für die Getreideaussaat die Grundbodenbearbeitung und eine direkt folgende Saatbettbereitung durchzuführen. Die nachfolgend auflaufenden Beikrautwellen könn(t)en dann bis zur eigentlichen Aussaat mit einem Striegel oder anderen flach arbeitenden Bodenbearbeitungsgeräten wiederholt reguliert werden.

Theoretisch ist es für die Stoppelbearbeitung natürlich optimal, die Schattengare und Restfeuchte des Bodens auszunutzen und in möglichst kurzem Zeitabstand nach der Ernte zu bearbeiten. Angesichts zunehmender Witterungskapriolen und teilweise andauernder Extremwetterlagen wurde dies bereits in den letzten beiden Jahren allerdings an so manchem Standort zur echten Herausforderung. Anders allerdings als bei der chemischen Unkrautbekämpfung sind  bei der mechanischen Unkrautbekämpfung bislang weder wirkliche Resistenzen bekannt, noch künftig zu erwarten.

Insofern wünschen wir Ihnen eine weiterhin gute Ernte und zumindest genügend Restfeuchte für die erfolgreiche Stoppelbearbeitung 2020