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Wenn Drohnen den Pflanzenschutz übernehmen

Dank der Niederschläge und warmen Temperaturen in der letzten Zeit hat sich der Mais in den meisten Regionen sehr gut entwickelt. Doch auch dem Maiszünsler ist das nicht entgangen und so konnten deutliche Zuflüge in den Fallen registriert werden. Die Folge eines Befalls sind abgebrochene und geknickte Maisfahnen, die sich nur schwer ernten lassen und so zu beträchtlichen Ernteverlusten führen können. Außerdem bilden die Bohrlöcher Eintrittspforten für Pilze wie zum Beispiel Fusarium-Arten die neben Stängel- und Kolbenfäule auch Toxine bilden können und so die Futterqualität negativ beeinflussen. Zur Bekämpfung ist das Mulchen der Stoppeln und tiefes Pflügen empfohlen, da die Bekämpfung mittels Insektizid auf Grund der hohen Bestände meist nicht möglich ist. Und so müssen andere Möglichkeiten genutzt werden.

Am Internationalen Pflanzenbauzentrum der DLG (IPZ) in Bernburg-Strenzfeld wurden dazu in der vergangene Woche Trichogramma (Schlupfwespen) mit dem Ziel die Population des Maiszünslers einzudämmen eingesetzt. Zum Einsatz kamen voll biologisch abbaubare Kugeln, die sich seit mehreren Jahren sowohl in der Handausbringung als auch in der mechanischen Ausbringung bewährt haben. Mithilfe einer Drohne der Hochschule Anhalt wurden die einzelnen Parzellen abgeflogen, nachdem anhand von Satellitenkarten vor dem Flug eine exakte Flugbahn errechnet wurde, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Die Kugeln beinhalten von Schlupfwespen parasitierte und nichtparasitierte Getreidemotteneier (Sitotroga) in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die bis zu sechs Schlüpfwellen führen können und so eine lange Wirkungsdauer über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen erhalten zu können. Die Schlupfwespen parasitieren dann die Schädlingseier und töten sie damit ab. Die daraus schlüpfenden Nützlinge vermehren sich so auf dem Feld und werden zum natürlichen Gegenspieler. Und die Methode hat noch einen weiteren Vorteil: Die Kugeln können auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden.