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Damoklesschwert ASP

Landwirte und Behörden bereiten sich angesichts der immer näher rückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf den Ernstfall vor. Nachdem in Westpolen weitere tote Wildschweine gefunden wurden, wird deutlich, dass das Virus nicht in seiner ursprünglichen Zone geblieben ist. Der westlichste Ort, an dem das Virus aufgetaucht ist, befindet sich in der Nähe der Stadt Nowgrod Bobrzanski, etwas mehr als 40 km von der deutschen Grenze entfernt.

Die Afrikanische Schweinepest grassiert seit 2014 in Polen. Das Virus blieb lange Zeit in Ostpolen und infizierte Wildschweine und Farmen gleichermaßen, schien sich jedoch relativ langsam auszubreiten. Anfang November wurde es plötzlich 300 km weiter westlich gefunden und machte somit einen unnatürlichen Sprung, der nicht mit der normalen Wildschweinewanderung zu erklären ist. Der größte Risikofaktor für die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ist somit der Mensch.

Das Friedrich Löffler-Instituts veröffentlicht unter folgendem Link den Verlauf der ASP seit 2007 in einer anschaulichen Animation.

Auswirkungen auf den Export

Die Hausschweine sind aus Expertensicht gut gegen eine Ansteckung mit der ASP geschützt. Aber ein Krankheitsausbruch unter Wildschweinen hätte für die deutschen Landwirte und die Fleischwirtschaft trotzdem gravierende Folgen: Der Export in Länder außerhalb der EU - insbesondere nach China - würde umgehend zum Erliegen kommen.

Innerhalb der Europäischen Union wäre dagegen weiterhin Handel möglich, weil die Länder in Zonen aufgeteilt sind. Nur für direkt betroffene Regionen würden die Behörden Transportverbote verhängen. Ein an der Schweinepest verendetes Wildschwein in Brandenburg hätte somit keine Handelsverbote für Landwirte in Niedersachsen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen zur Folge, wenn es um Exporte in EU-Länder geht.

Wie hoch der Schaden für die hiesige Fleischwirtschaft wäre, lässt sich nur schwer beziffern. In jedem Fall ist es seitens der Politik erstrebenswert darauf hinzuwirken, dass China weiterhin deutsches Schweinefleisch kauft, wenn die Krankheit nur in der Wildschweinepopulation auftreten würde. Leider ist man hier aber noch nicht soweit.

So oder so: Da kurzfristig kein wirksamer Impfschutz gegen die Afrikanische Schweinepest in Sicht ist, werden wir uns auch weiterhin mit dem Virus auseinandersetzen müssen. Für die Betriebe bedeutet dies mehr denn je, die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) setzt bereits seit mehreren Jahren auf zielgruppengerechte Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor der ASP (Quelle: BMEL):

  • Es werden fortlaufend diejenigen informiert und sensibilisiert, die häufig zwischen von ASP bei Wild- oder Hausschweinen betroffenen Ländern und Deutschland reisen: Das Ministerium richtet sich gezielt an Jäger, Landwirte sowie Fernfahrer. Unter anderem mittels Auslagen in verschiedenen Sprachen in Zügen, durch mehrsprachige Plakate an Raststätten, Informationsbroschüren und über die sozialen Medien.

  • Über das Bundesverteidigungs- und das Bundesgesundheitsministerium werden ebenfalls die Bundeswehr und Pflegekräfte sensibilisiert, die häufig innerhalb Europas grenzüberschreitend unterwegs sind.

  • Die Betriebe werden zudem regelmäßig darauf hingewiesen, dass die Sicherheitsmaßnahmen der Schweinhaltungshygiene-Verordnung strikt eingehalten werden müssen.

Auch die auf deutscher Seite betroffenen Bundesländer haben ihre Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen bereits seit dem Bekanntwerden der ersten Ausbrüche in Westpolen intensiviert. Aktuell erfolgt durch die Bundesländer eine Bewertung und Beurteilung, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind und ergriffen werden müssen. Hierzu gehören insbesondere jagdliche Maßnahmen, wie beispielsweise der Austausch mit den Jägern in Bezug auf Drück- und Treibjagden, sowie das Wildschweinmanagement.

Neben der umfangreichen Präventions- und Aufklärungsarbeit, ist das BMEL auch auf den Ernstfall vorbereitet. Kontinuierlich werden notwendige Anpassungen im Tiergesundheits- und im Jagdrecht geprüft. Im Ausbruchsfall soll damit beispielsweise der Zugang zu betroffenen Gebieten reglementiert und eingeschränkt sowie sichergestellt werden, dass die Schwarzwildreduzierung zielgerichtet erfolgen kann, um die Tierseuche einzudämmen.

Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest unter www.bmel.de/asp