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Agritechnica 2019 – Baustein zum Zukunftsplan Landwirtschaft

Reinhard Grandke mit einem Fazit und einer Vorausschau

Die Agritechnica 2019 hat am vergangenen Samstag ihre Türen geschlossen. Mit 450.000 Besuchern, davon rund 140.000 aus dem Ausland, war die Agritechnica wieder die Innovationsplattform der internationalen Landtechnik und Landwirtschaft.

Man konnte auf den Ständen das momentan Machbare und das zukünftig Mögliche bewundern. Die Innovationen waren vielfältig wie nie, und man konnte eine Vorstellung davon bekommen, wie Digitalisierung, Automatisierung und Robotik die Landwirtschaft der nächsten Jahre und Dekaden bestimmen werden.

Mit einem Zuwachs von rund 30.000 internationalen Besuchern wird deutlich unterstrichen, dass die Agritechnica am Standort Deutschland der Impulsgeber der Landwirtschaft in Europa und der Welt ist. Besonders spannend war die Diskussion französischer und britischer Landwirte über ihre Perspektiven in Europa auf dem International Farmers Day.

Die Stimmung war laut der Befragungen gut und die Landwirte wollen investieren. Aber vor und während der Agritechnica rollten auch viele Traktoren in Richtung der Innenstädte, besonders in Bonn und Hamburg, um auf die Situation, die viele Landwirte in Deutschland als perspektivlos für ihre Betriebe empfinden, aufmerksam zu machen. Dabei ist es nicht die verlorene Lust an der Faszination Landwirtschaft, die die Landwirte auf die Straßen treibt, sondern der Wunsch und die Notwendigkeit klare Rahmenbedingungen für zukünftig erfolgreiches Wirtschaften zu erhalten.

Investitionen in der Landwirtschaft sind oft Investitionen in Generationen. Eine einmal getroffene betriebliche Grundsatzentscheidung lässt sich oft nur schwer wieder umdrehen, deshalb benötigt die Landwirtschaft verlässliche und stabile Rahmenbedingungen. Dabei haben es die Landwirte oft bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich auf ändernde Rahmenbedingungen einzulassen und einzustellen. Innovationen, Umstellung von Betrieben, Investitionen in neue Geschäftsfelder: Landwirte sind mutig, wenn es darum geht neue Wege einzuschlagen.

Die Agritechnica ist mit den dort vorgestellten Lösungen in die Vorhand gegangen. Und die Lösungsansätze gehen weiter als die Faszination Technik. Andere, wie Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, NGO´s und nicht zuletzt die Landwirtschaft selbst, müssen folgen, um gemeinsam verlässliche und beständige Rahmenbedingungen zu definieren und am Zukunftsplan Landwirtschaft zu arbeiten – damit die Landwirte diese Lösungen überhaupt umsetzen können.

Die DLG treibt die Diskussion weiter. Mit den Thesen zur Landwirtschaft 2030 haben wir bereits vor drei Jahren die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft im Dialog mit der Gesellschaft angestoßen, um ein gemeinsames Zukunftsbild für die Landwirtschaft zu entwickeln. Die Wintertagung 2020 stellt die Kernfrage: „Agrarstandort Deutschland - Weltmarkt, Premiummarkt, Marktausstieg?“ und wird wichtige Zukunftslinien für die Betriebe diskutieren.