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DLG-Feed Day 2019: Zukunft der Futtermittelbranche

Tierwohl und Umweltwirkungen der Nutztierhaltung stehen oben auf der gesellschaftspolitischen Agenda, wenn es um eine sichere und ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion geht. Hier kann die Futtermittelbranche mit positivem Beispiel vorangehen, denn Potenzial für eine nachhaltigere Nutztierernährung sowie eine transparente Kommunikation in Richtung Verbraucher ist vorhanden.

Darüber waren sich die Experten aus Forschung, öffentlicher Hand und Industrie beim ersten DLG-Feed Day einig. Die Veranstaltung beleuchtete die Situation der Branche aus wissenschaftlicher, rechtlicher und kommunikativer Sicht und vermittelte ein klares Bild von Chancen und Herausforderungen.

Prof. Dr. Hubert Spiekers vom Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sprach über moderne Nutztierernährung. Am Beispiel von zwei Leuchtturmprojekten – „optiKuh“ und „N-Reduk“ – zeigte er auf, wie sich Futteraufnahme und -effizienz bei Milchvieh optimieren lassen. In diesem Rahmen erproben die Wissenschaftler auch eine proteinreduzierte Fütterung, die bei Zulage von pansengeschützten Aminosäuren die NH3-Emissionen nachweislich vermindern soll.

Die Rechtslage in punkto Produkthaftung erläuterte Prof. Dr. Thomas Klindt, der Unternehmen der Futtermittelindustrie vertritt. Seine Empfehlung: Betriebe sollten Fehler bei der Futtermittelherstellung keinesfalls unter den Teppich kehren und für den Fall der Fälle die richtigen Versicherungspartner an der Hand haben. Eine Schadensersatzklage könne das haftende Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Frank Schroedter von der Unternehmensberatung Engel & Zimmermann ermutigte die Anwesenden, in den offenen Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten. Zwar sei die Futtermittelbranche derzeit noch nicht im Fokus der Medien, wenn es um sichere Lebensmittel geht. Dennoch sei es für die Akteure wichtig, sichtbarer zu werden und Themen proaktiv zu besetzen – bevor sich Skandale oder Hetzkampagnen in den sozialen Netzwerken ausweiten.

Einen wichtigen Beitrag zur offenen Kommunikation mit Lebensmitteleinzelhandel und Verbrauchern können die Qualitätsprüfungen für Futtermittel leisten, die die DLG gerade entwickelt. Das bestehende Prüfzeichen für Mischfutter wird abgelöst durch zwei Qualitätssiegel – Tierwohl und Umwelt, so Sander Schwick, Projektleiter Futtermittel im DLG-Testzentrum. Sprich, auf die gesamte Produktionskette ausgerichtete Kriterien erweitern den bestehenden Prüfrahmen und bilden die Anforderungen an Futtermittel zeitgemäß ab.

Abschließend stellte Klaus Rufli, Geschäftsführer DLG TestService, das Projekt „Trust Feed“ vor. Mittels vernetzter Datenbanken (Blockchain-Technologie) sollen Verbraucher tagesaktuell und lückenlos Zugriff auf Informationen rund um die Herkunft und Erzeugung von Lebensmitteln erhalten – inklusive offiziell erteilter Zertifizierungen.