Zum Hauptinhalt springen

Von Verbrauchern und Vormägen

Wie Verdauungs- und Absorptionsprozesse ablaufen und der Intermediärstoffwechsel das Immunsystem von Wiederkäuern beeinflusst, interessiert Forscher und Erzeuger gleichermaßen. Entzündungsreaktionen bei Wiederkäuern beeinträchtigen das Tierwohl. Alle Faktoren zusammen wirken auf die Leistungsfähigkeit, Fruchtbarkeit und Nutzungsdauer der Nutztiere. Das "International Symposium on Ruminant Physiology“ bestätigte vergangenen Monat in Leipzig mit 370 Teilnehmern aus 36 Ländern, wie bedeutend diese Fragestellungen sind. 

Andere Beiträge des Symposiums beschäftigten sich mit Entzündungen während der Trockenstehzeit und Laktation. Welche Folgen oxidativer und metabolischer Stress hat und wie Fütterung und Hitzestress wirken, wurde ebenfalls anlässlich des Symposiums erörtert. Und dass Bio Sensoren und Big Data Management die Zukunft in der Milchproduktion gehört, gilt in der Fachwelt als ausgemacht. Grundlegende Parameter der Milchviehhaltung können mit digitalen Methoden besser bewertet und gesteuert werden, beispielsweise die stabile Leistungsfähigkeit der Milchkuh und das Potenzial des Wiederkäuervormagensystems. 

Dass Verbraucherschutz bereits im Stall beginnt, fokussierte der 131. Kongress des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) im September in Gießen. "Verbraucherschutz als Herausforderung für die landwirtschaftliche Produktion" bildete das Schwerpunktthema des Plenums, in dem die Teilnehmer über Risiken und Nebenwirkungen von Arzneimitteln in der tierischen Erzeugung debattierten. Neue und bessere analytische Methoden helfen in diesem Zusammenhang maßgeblich mit, den Verbraucherschutz zu verbessern. 

Mit Blick auf den 131. VDLUFA-Kongress hervorzuheben sind Arbeiten, die sich mit dem erweiterten Hohenheimer Futterwerttest und der Rohproteinfraktionierung zur besseren Abschätzung des Futterwertes von Futtermitteln beschäftigen. Darüber hinaus wurden Ergebnisse aus Versuchen präsentiert, die die mögliche Absenkung von Protein und Phosphor im Futter und im Nachgang von Stickstoff und Phosphat in den wirtschaftseigenen Düngern bestätigen. Die Ergebnisse des Kongresses mit 250 Teilnehmern aus dem deutschsprachigen Forschungs-, Analytik- und Beratungssektor sowie weiteren angrenzenden Disziplinen werden derzeit zusammengefasst und in einem Tagungsband veröffentlicht. 

Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie sowie der DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung berücksichtigen in ihren wissenschaftlich basierten Empfehlungen die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis. Gerne informiert das DLG-Fachzentrum Landwirtschaft (Ansprechpartner: Dr. Detlef Kampf, Tel.: 069/24788-320, E-Mail: d.kampf@dlg.org).

Weitere Info zu den Kongressen und Organisationen: 

www.isrp2019.com 

www.vdlufa2019.de