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Milchproduktion: Austausch unter Profis

Die jährliche Betriebszweigauswertung (BZA) bildet den Auftakt, wenn sich die Spitzenbetriebe der Milcherzeugung am 6. und 7. März 2020 in Hohenroda an der hessisch-thüringischen Landesgrenze treffen. Im Kern geht es um eine Doppelfrage: Welche Kostenpositionen haben den größten Einfluss auf ein positives Betriebszweigergebnis und wie groß ist der Effekt des Milchpreises? An der Untersuchung beteiligen sich 290 regional verteilte Betriebe mit unterschiedlichen Betriebsstrukturen und Rassen. 

In der vorhergehenden Auswertung zeigte sich für den Beobachtungszeitraum 2017/18, nach zwei schlechten und einem ausgeglichenen Jahr, erfreulicherweise ein deutlich positives kalkulatorisches Betriebszweigergebnis: 5,38 Cent pro Kilogramm Energie korrigierte Milch (ECM). Zurückzuführen war dieses Ergebnis primär auf den stabil hohen Milchpreis. Durch die erneute Dürre und den zum Teil niedrigeren durchschnittlichen Milchpreis wird ein geringeres Ergebnis der BZA für den Beobachtungszeitraum 2018/19 erwartet. 

Nachhaltigkeit ist ein allgegenwärtiger Begriff, aber was bedeutet er in der Praxis und was halten Landwirte, Molkereien sowie der Einzelhandel davon? Antworten erhalten die Teilnehmer des DLG-Forums Spitzenbetriebe Milcherzeugung. Eine der größten Herausforderungen, gerade für Tierhalter, ist mittlerweile die gesellschaftliche Akzeptanz: Dr. Christian Dürnberger von der veterinärmedizinischen Universität Wien wird im Hinblick auf Tierhaltung und Ethik erläutern, was sich in der Gesellschaft verändert hat. Und auf internationaler Ebenen präsentiert die Tagung einen finnischen Milchviehbetrieb. 

In Arbeitsgruppen stehen zukunftsweisende Produktionsverfahren und deren soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte auf der Agenda. Weitere Themen sind unter anderem Kompostierungsstall, Eutergesundheit und Antibiotikareduktion sowie die Strukturierung von Arbeitsabläufen. 

Im Jahr 2020 findet die Tagung mit rund 280 Teilnehmern erneut in Hohenroda statt. Es wird mit Spannung erwartet, wie sich die regional unterschiedlichen Niederschläge und die folglich sehr unterschiedlichen Erträge auf das ökonomische Ergebnis der Top-Milchproduzenten im Berechnungszeitraum 2018/19 ausgewirkt haben.