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Milch für unser Leben – Weltmilchgipfel in Istanbul

Mehr als 1.000 Delegierte aus allen Kontinenten der Erde haben sich in Istanbul im Konferenzhotel Hilton Bomonti zur Milchgewinnung und -verarbeitung ausgetauscht. Neben der außerordentlichen Bedeutung für die menschliche Ernährung haben Milch und die Haltung von Milchtieren eine enorme sozioökonomische Bedeutung auf viele Gesellschaften dieser Erde.

Istanbul – die Brücke zwischen Europa und Asien als diesjähriger Veranstaltungsort mit einer einzigartigen Verbindung von Tradition und Moderne – hat dem diesjährigen Milchgipfel eine ganz besondere Note verliehen. Westlicher und osmanischer Einfluss haben die Stadt in ihrer mehr als 2.600-jährigen neueren Geschichte immer wieder zur einen oder zur anderen Seite hin geprägt und beeinflusst.

Die Türkei mit einer Jahresmilcherzeugung von mehr als 20 Millionen Tonnen ist die Nummer 8 der Milch erzeugenden Länder und die Nummer 3 in Europa – immerhin ist ein Teil der Türkei dem europäischen Kontinent zugehörig. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Milchproduktion mehr als verdoppelt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Kuhmilch nur etwas mehr als 50 Prozent der gesamt erzeugten Milch in der Türkei ausmacht. Neben einem stetig steigenden Inlandsverbrauch hat sich die Türkei aber auch mittlerweile zu einem namhaften Exporteur von Milch und Milchprodukten entwickelt. 

Vier Tage intensiver Vorträge und Workshops rund um den Milchsektor mit dem Schwerpunkt auf der Milchverarbeitung auf den Kontinenten der Welt haben intensive Diskussionen und Begegnungen zwischen den Delegierten hervorgebracht. Wie sieht die Zukunft der Milchbranche aus? Gerade im Hinblick auf Diskussionen um pflanzliche Ersatzprodukte, aber auch um die bevorstehende Praxisreife von synthetisch hergestellten Milchinhaltsstoffen wie etwa Milcheiweiß durch Mikroben. Einen sehr breiten Raum nahm das Thema Nachhaltigkeit in den Vorträgen ein. Dieses  Thema wurde sowohl von Molkereiunternehmen als auch von Forschungs- und Beratungsorganisationen ausführlich diskutiert und beleuchtet. 

Wie sehr die Gewichtungen der Themen vom Versorgungszustand des jeweiligen Landes abhängen, wurde besonders am dritten Konferenztag deutlich. Während die „westliche Welt“ zum Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel referierte und diskutierte, waren in der parallel laufenden Session „Die Vorteile der Milchproteine“ sehr viele Vertreter von Ländern wie China, Indien und Afrika anzutreffen.

Die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedeten 17 Sustainable Development Goals (SDG) wurden in den Vorträgen – durch den Hintergrund des eigenen Landes – teilweise sehr unterschiedlich priorisiert. Sehr bemerkenswert auch, dass der Donnerstag als letzter Konferenztag ausschließlich der Milchgewinnung mit kleinen Wiederkäuern gewidmet war. 

Zu einer zeitgemäßen Konferenz gehört die Bereitstellung einer App für das Smartphone mit dem aktuellen Programmplan und der Möglichkeit, an den Diskussionen mit via Smartphone übertragenen Fragen teilzunehmen.

Im kommenden Jahr wird der Weltmilchgipfel im Herbst in Kapstadt (Südafrika) stattfinden.