Zum Hauptinhalt springen

Aktuelles vom Modellvorhaben Tierschutz

Dieser Tage fand in Bonn das Fachgespräch der MuD-Betriebe (Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz) statt. Die 80 MuD-Betriebe teilen sich in 14 Netzwerke auf und befassen sich unter anderem mit dem Kupierverzicht und alternativen Verfahren zur betäubungslosen Ferkelkastration. Dabei steht immer im Vordergrund, dass diese neu erprobten Verfahren oder Ansätze auch gut in die Praxis umzusetzen sind.

Gerade in Bezug auf den Kupierverzicht wurde schnell klar, dass es nicht diese eine Maßnahme gibt, um zum Erfolg zu kommen. Hier gilt es, von der Geburt bis zur Schlachtung alle Phasen zu beleuchten. Übergreifend über alle Haltungsphasen (Sauen, Ferkel, Mast) wurde aber deutlich, dass die Strukturierung der Buchten ein besonderes Augenmerk bekommt. 

Während in den Sauenställen beispielsweise Wartebereiche auf Stroh eingebaut wurden, so wurden in den Ferkelställen häufig Balkone neu eingebaut. Auch mit verschiedenen Abdeckungen wurden teilweise völlig neu genutzte Buchten geschaffen, die so auch die Nutzung von Einstreu möglich machten. Hier wurden auch verschiedene Materialien getestet. Insbesondere Ferkelmüsli und Urgesteinsmehl schienen einen deutlich positiven Effekt auf die Ferkelhaltung zu haben.

Auch kleinere Details brachten deutliche Verbesserungen, so zum Beispiel ein kleiner Bügel, der an die Ferkeltränken gebaut wird und somit den Ferkeln die Wasseraufnahme deutlich erleichtert.

Auch die Fütterung hat natürlich einen großen Einfluss. Hier wurde beispielsweise ein Gerät getestet, welches die Mykotoxinbelastung im Futter beträchtlich senken konnte. Hierdurch wurde die Ferkelgesundheit deutlich gesteigert. Auch die Genetik spielt natürlich eine Rolle, so dass beispielweise gezeigt werde konnte, dass die Duroc-Genetik in Bezug auf den Ringelschwanz deutlich leichter zu "handeln" ist, als eine Pieträn-Anpaarung.

Am Ende des Fachgesprächs hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner noch aufgezeigt, wie wichtig die MuD-Betriebe sind. Sie sprach mehrmals davon, dass die MuD-Betriebe die Speerspitze der Tierhaltung sind und von allen Seiten Druck bekommen. Nicht nur von der Politik und den Tierschutzverbänden, sondern auch aus den "eigenen" Reihen. Sie lobte daher ausdrücklich das Engagement der Betriebe.

Der Autor: Christoph Becker, B. Sc. Agriculture