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Schweinemast und Umwelt

Talke Heidkroß über Potenziale zur Verbesserung der Klimaeffizienz

Die einzelbetriebliche Klimabilanzierung ist eine Maßnahme, die es in der Beratung ermöglicht, zusammen mit den Betrieben Wege zur Einsparung von Treibhausgasemissionen im Betrieb aufzuzeigen. Basierend auf dem Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in den letzten Jahren das Berechnungstool „TEKLa“ (Treibhausgas-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft) entwickelt. Es ermöglicht den produktbezogenen CO2-Fußabdruck für verschiedene Produktionszweige in der Landwirtschaft zu berechnen.

Im Rahmen der von der Edmund Rehwinkel-Stiftung geförderten Studie hat die LWK Niedersachsen gemeinsam mit Schweinemastbetrieben und Beratungsorganisationen Klimabilanzierungen durchgeführt und Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaeffizienz in der Schweinemast identifiziert sowie Möglichkeiten zur Umsetzung erarbeitet.

Ziel war es aufzuzeigen, welche durch die Klimabilanzierung lokalisierten Maßnahmen besonders hohe Potenziale zur weiteren Einsparung von THG-Emissionen bergen und was die Motivation bzw. Hinderungsgründe zur Umsetzung dieser Maßnahmen sind.

Es wurden zehn Schweinemastbetriebe in Niedersachsen untersucht. Anhand der mit den Betrieben und Beratern aufgestellten Klimabilanzen wurden die Faktoren, die in die Klimabilanz einfließen, genau betrachtet und ihre Auswirkung auf den CO2-Fußabdruck verdeutlicht.

Unter Berücksichtigung der im Projekt getroffenen Annahmen wurde festgestellt, dass das höchste THG-Einsparungspotenzial in der gasdichten Lagerung des Wirtschaftsdüngers liegt. Darauf folgen die Nutzung von zertifiziertem Soja aus nachhaltigem Anbau bzw. die Substitution von Soja durch andere Eiweißträger und die Verbesserung der Futterverwertung. Weitere Maßnahmen sind der Einsatz von stark N-/P-reduziertem Futter sowie die Verringerung des Strom- und Wärmeverbrauchs und die Nutzung eigenen Photovoltaikstroms.  

In der Praxis gibt es verschiedenste Betriebskonzepte, die es notwendig machen, dass auf einzelbetrieblicher, betriebsspezifischer Ebene die verschiedenen THG-Einsparmaßnahmen erörtert werden. Eine Beratung zu diesem Thema ist wichtig, um die Betriebe für das Thema zu sensibilisieren und zukünftig Maßnahmen zur Steigerung der Klimaeffizienz umzusetzen. Die Motivation zur Umsetzung ist in den Betrieben vor allem dann hoch, wenn sich Synergien zwischen Kosten- und Klimaeffizienz ergeben. Dies ist insbesondere bei der Verbesserung der Futterverwertung und der Verringerung des Strom- und Wärmeverbrauchs der Fall.

In der Schweinemast können zukünftig erhebliche THG-Einsparungen erzielt werden, wenn der Wirtschaftsdünger so gelagert wird, dass die Ausgasung klimaschädlicher Gase begrenzt wird. Um dieses Potential zu nutzen, ist es entweder notwendig, dass die Vergärung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen stärker gefördert oder dass über Konzepte nachgedacht wird, ob die gasdichte Lagerung ohne Stromproduktion ein Schlüssel zur Verringerung der THG-Emissionen sein kann.

Dies ist die Kurzfassung einer Studie, veröffentlicht in der Schriftenreihe der Rentenbank, Band 35. Hier der Link zum Download des Bandes 35: Herausforderung Klimawandel