Zum Hauptinhalt springen

„Das Pflegen der Kulturlandschaft hat eine große Bedeutung“

Mario Baumgartner ist seit vier Jahren DLG-Mitglied, er bewirtschaftet mit seinem Vater (Generationengemeinschaft) einen Landwirtschaftsbetrieb von 42 ha mit dem Schwerpunkt Kartoffeln, Verarbeitungsgemüse sowie Lagerhaltung.

Herr Baumgartner, erzählen Sie uns von einem typischen Tag in einem Schweizer Landwirtschaftsbetrieb.

Mario Baumgartner: Den typischen Tag auf einem Schweizer Landwirtschaftsbetrieb gibt es nicht. Dazu ist die Schweizer Landwirtschaft viel zu heterogen. Die Betriebe unterscheiden sich komplett allein schon durch die geografische Lage. Vom Ackerbaubetrieb im Tessin auf 200 m.ü.M bis auf die Sömmerungsgebiete in den Alpen und Voralpen. In allen Gebieten steht die Produktion von qualitativ hochwertigen Produkten im Vordergrund. Aber auch die dezentrale Besiedelung und das Pflegen der Kulturlandschaft haben in der Schweiz eine große Bedeutung.

Die „Kartoffel“ ist weltweit eine der wichtigsten Kulturpflanzen für die menschliche Ernährung. In der Schweiz spielt dieses Gemüse eine sehr große Rolle in der Ernährungssicherung, jedoch ist sowohl der Konsum als auch der Anbau in den letzten Jahren rückläufig. Wie erklären Sie sich das?


Baumgartner: Dies kann viele verschiedene Gründe haben. Wir hatten zum Beispiel in den letzten Jahren einige Wetterextreme. Diese haben sich auf die Anbaubereitschaft ausgewirkt. Ein anderer Punkt ist, dass es immer weniger Landwirte gibt. Weiters werden auch in der Schweiz immer mehr Flächen überbaut. Ein rückläufiger Konsum ist nicht direkt zu beobachten. Die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind einfach viel größer als noch vor 20 Jahren. Der Pro-Kopf-Konsum wird im Jahr 2016 auf 47,4 kg beziffert (BFS, 2018) dies ist sogar etwas mehr als im Jahr 1980.

Das Regenwetter im Frühling und der heiße Sommer im vergangenen Jahr haben in der Schweiz zu großen Ernteausfällen geführt. Haben Sie dies auch zu spüren bekommen?

Baumgartner: Auch wir hatten mit den Wetterextremen zu tun und hatten auch Einbußen durch diese Extreme. Da wir jedoch verschiedene Kulturen anbauen, haben sich die Ausfälle gegenseitig ein wenig kompensiert. Auch kann gesagt werden, dass in unserem Gebiet trockenere Jahre zu einer sehr guten Qualität führen.

Das Umweltbewusstsein hat in den vergangenen Jahren allgemein zugenommen. Dies wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus. Die Landwirte werden immer wieder mit neuen Forderungen, nach mehr Ökologie in der Landwirtschaft konfrontiert. Wie gehen Sie damit um?

Baumgartner: Die Anforderungen werden immer komplexer. Die Rahmenbedingungen für die Produktion und der unternehmerische Spielraum werden dadurch kleiner. Es bringt aber nichts, sich dieser Entwicklung entgegen zu setzen, denn dies ist der heutige Zeitgeist. Der Konsument setzt sich auch bewusster mit der ganzen Thematik auseinander. Dies bringt aber auch den Vorteil mit sich, dass die Nachfrage nach qualitativ hochstehenden und ökologischen Produkten zunimmt.

Wie können Sie von der DLG-Mitgliedschaft profitieren?

Baumgartner: Durch aktuelle Informationen, sei sie über Marktentwicklungen, Technik oder einfach für die persönliche Weiterbildung. Auch die Vergünstigungen bei Messen bringt die Mitgliedschaft mit sich.