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Pilotprojekt Schwanzkupieren abgeschlossen

Ziel des Innovationsprojektes war es, ein praxiserprobtes Beratungs- und Managementsystem zu etablieren, um langfristig Schweine mit ungekürzten Schwänzen ohne tierschutzrelevante Verletzungen und Teilstückverluste aufziehen und mästen zu können.

Sieben der 14 Unternehmensgruppen haben nach einer über zweijährigen Vorbereitungszeit, in der umfängliche Risikoanalysen erfolgten, die Haltung unkupierter Tiere mit kleinen Gruppen, zum Teil in bis zu sieben Wiederholungen, erprobt. Einer der Projektbetriebe kupiert inzwischen über ein Jahr die Schwänze seiner Ferkel nicht mehr.

Ein weiterer Betrieb kann aufgrund der sich langsam entwickelnden Nachfrage kleinere Gruppen unkupierter Tiere an Mäster verkaufen. In einem weiteren Projektbetrieb werden im 2. Quartal 2019 größere Partien unkupierter Tiere aufgezogen und vertragsgebunden verkauft.

Die Ergebnisse der Betriebserprobungen variieren stark zwischen den Betrieben. Das betrifft sowohl Verluste/Selektionen als auch den Anteil Tiere mit Teilstückverlusten des Schwanzes. Bezogen auf die Gesamtstichprobe wiesen am Ende der Aufzucht 20 Prozent der Tiere beziehungsweise 31,3 Prozent der Tiere am Ende der Mast keinen intakten Schwanz mehr auf.

Während der Aufzucht und der Mast entstehende Nekrosen können ein Absterben kleinerer oder auch größerer Teilstücke verursachen, die ohne massives Schwanzbeißen in der Bucht verheilen können. Dennoch ist damit permanent ein erhöhtes Risiko vorhanden, dass den Tieren Schmerzen und Leiden entstehen (können). Damit verbunden ist auch eine höhere, unter Umständen auch antibiotische Behandlungsfrequenz.

Den Abschlussbericht finden Sie hier

Ansprechpartnerin ist Dr. Simone Müller, Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR). E-Mail: simone.mueller@tlllr.thueringen.de

Das Thüringer Pilotprojekt zum Schwanzkupieren

Im 2. Halbjahr 2015 schlossen sich 18 schweinehaltende Betriebe mit 30.000 Sauen- und 98.000 Mastplätzen zusammen, organisierten fachlichen Rat bei Experten, der Wissenschaft und Thüringer Beratungsorganisationen und beantragten unter Federführung der Tierproduktion Alkersleben GmbH eine Förderung des „Thüringer Beratungs- und Managementsystem Caudophagie (Pilotprojekt)“ beginnend ab Januar 2016 über einen Zeitraum von drei Jahren.

Beantragt wurde das Projekt beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im Rahmen der Förderrichtlinie „Förderung der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE)“. Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (vormals Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) fungierte als assoziierende Einrichtung.