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DLG Online-Umfrage: Ferkelkastration

Im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Praxisgerechte Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzbehandlung in der ökologischen Ferkelerzeugung“ werden die beiden Alternativen Inhalations- und Injektionsnarkose auf Praxisbetrieben erprobt.

Diese beiden Verfahren standen daher auch im Vordergrund einer Online-Umfrage, die von der DLG an 800 Betriebsleiter, Tierärzte und Berater verschickt wurde. Vor dem Hintergrund der geplanten Ausnahmegenehmigung für die Durchführung der Inhalationsnarkose durch die Landwirte selbst sind Erfahrungen mit den derzeit auf dem Markt erhältlichen Narkosegeräten natürlich besonders interessant.

Die Umfrage diente also dazu, das Erfahrungs-Portfolio der Testbetriebe im Projekt durch weitere Erkenntnisse und Erfahrungen zu ergänzen. Lesen Sie hier die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage:

1.    Alle zur Diskussion stehenden Verfahren haben Vor- und Nachteile!

Die unterschiedlichen Erfahrungen der Betriebe zeigen, dass es aktuell keinen „Königsweg“ gibt und alle rechtlich zugelassenen Methoden gleichbehandelt werden sollten. Die Gründe, warum einzelne Verfahren auf den Betrieben als nicht geeignet eingestuft werden, sind vielfältig und in der Tabelle zusammengefasst.

Beim künftigen Umgang mit männlichen Ferkeln werden also mehrere Verfahren benötigt, um alle Betriebe und alle Regionen bzw. Vermarktungswege angemessen zu berücksichtigen. Ein generelles Verteufeln einzelner Verfahren ist nicht zielführend, da sie unter bestimmten Voraussetzungen durchaus für einzelne Betriebe / Regionen interessant sein können.

2.    Viele Betriebe suchen noch nach Orientierung!

Auf die Frage, welches Verfahren bereits auf dem eigenen Betrieb etabliert wurde, hat die Ebermast mit 43 Prozent klar die Nase vorn. Aber 40 Prozent der befragten Betriebsleiter und Mitarbeiter gaben auch an, sich noch nicht entschieden zu haben (siehe Abbildung 1).

3.    Die Bedenken überwiegen aktuell noch bei der Inhalationsnarkose mit Isofluran!

Die Ergebnisse der im Rahmen des Projektes durchgeführten Befragung bei Betriebsleitern, Tierärzten und Beratern spiegeln die unterschiedlichen Haltungen – Vorbehalte und Befürwortung – der breiten Praxis gegenüber des Einsatzes von Isofluran wider. Unsicherheiten hinsichtlich des Arbeitsschutzes stehen dabei eindeutig im Vordergrund.

Fazit: Zeit zur Aufklärung und Optimierung nutzen!

Aufklärungsarbeit (Informationsveranstaltungen, Schulungen) und die Optimierung der Narkosegeräte müssen in den verbleibenden Monaten forciert werden, um die Akzeptanz der Isoflurannarkose in der Praxis zu erhöhen. Bei der Injektionsnarkose sind die Bedenken zwar geringer, der Tierärztevorbehalt sowie Tierschutzbedenken sind jedoch Hürden, die es zusätzlich zu überwinden gilt.