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Grünland effizient nutzen

Die DLG-Ausschüsse Grünland & Futterbau und Futter- & Substratkonservierung veranstalten alle drei Jahre eine gemeinsame öffentliche Fachtagung. Diese Tradition trägt maßgeblich dazu bei, über die Grenzen der eigenen Arbeitsfelder beziehungsweise Ausschüsse hinaus die oft interdisziplinär zu bearbeitenden Aufgaben früher erkennen und effizienter bearbeiten zu können. Darüber hinaus hilft die gemeinsame Zeit, sich besser kennenzulernen und die jeweiligen Sichtweisen der Experten der anderen Fachdisziplinen zu verstehen und somit die Wege für eine zukünftige Zusammenarbeit zu ebnen.

Der gemeinsame 27. Baden-Württembergische Grünlandtag und die DLG-Grünlandtagung wurden am 19. Juni 2019 in Crailsheim-Ingersheim im Landkreis Schwäbisch Hall in Kooperation mit dem LAZBW Aulendorf, dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Landkreis Schwäbisch Hall durchgeführt.

Dem diesjährigen Generalthema „Grünland in Zeiten des Klimawandels effizient nutzen“ folgend wurden die augenblicklich drängendsten Fragen aufgeworfen und mit ausgewählten Vorträgen sowie praktischen Vorführungen versucht, zu informieren und in die Diskussion mit Praktikern einzusteigen. Des Weiteren wurde versucht, erste Antworten zum Umgang mit den neu entstehenden Situationen zu finden sowie Fragen zu erörtern, die in zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen Berücksichtigung finden müssen.

Reinhard Otto eröffnete als Vorsitzender des DLG-Ausschusses Grünland & Futterbau die Veranstaltung mit insgesamt rund 250 Teilnehmern, die im Weiteren von Prof. Martin Elsäßer vom LAZBW Aulendorf moderiert wurde.

Neben zahlreichen Grußworten der Landes- und Lokalpolitik lieferte Werner Balbach vom Landwirtschaftsamt Ilshofen einen Überblick zur Entwicklung und Struktur der Landwirtschaft im Landkreis Schwäbisch Hall.

Die eigentlichen Fachthemen wurden dann mit Beiträgen aus den DLG-Ausschüssen bearbeitet. Im ersten Referat ging Reinhard Resch von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in Irdning, Österreich, und Vorsitzender des DLG-Ausschusses Futter- & Substratkonservierung auf die aktuellen „Herausforderungen an die Futterkonservierung durch zunehmende Wetterextreme“ ein.

Hier verwies er unter anderem auf die Notwendigkeit, hinsichtlich Züchtung und Sortenwertprüfung den Fokus auf trockentolerante(re) Sorten zu legen, darüber hinaus den Status des Futters bereits vor der Ernte gründlich zu erfassen und hinsichtlich der Absicherung von hygienisch einwandfreien Futterkonserven neben der Trocknung die Anwendung von Siliermitteln konsequent zu planen. Zusätzlich verwies er auf die Notwendigkeit, diesen Fragenkomplex durch gezielte Forschungsbestrebungen zu bearbeiten und für einen raschen Wissenstransfer sowohl in die Lehre als auch die Beratung zu sorgen.

Im zweiten Schwerpunktvortrag beschäftigte sich Dr. Gerhard Riehl vom LfULG Sachsen und stellvertretender Vorsitzender des DLG-Ausschusses Grünland & Futterbau mit der Frage „Hat Grünland immer einen N-Bedarf?“ Diesbezüglich führte er aus und schlussfolgerte, dass Dünger vordringlich gezielt und möglichst angepasst an die schlagbezogene Ertragslage auf allen Flächen auszubringen sind, um damit unter anderem einen möglichst hohen Anteil an Reinprotein abzusichern.

Des Weiteren stellte er heraus, dass Grünland grundsätzlich einen Bedarf an Stickstoff hat, dies aber nicht mit einem gleichzeitigen N-Düngebedarf zu sehen ist. Vielmehr verwies er darauf, dass es darum gehen sollte, eine nutzungs- und standortangepasste N-Bedarfsermittlung und deren Umsetzung in der Düngung zu befolgen.

Am Nachmittag schloss sich ein Rundgang auf dem benachbarten Betrieb von Landwirt Harald Gronbach aus Crailsheim-Ingersheim über verschiedene Stationen an. Hier informierten die Kollegen des LAZBW Aulendorf über aktuelle Versuche und Projekte sowie Schwerpunkte der täglichen Arbeit. Im Einzelnen ging es, erstens, um die Vorstellung eines Versuches zur Anlegung von blühenden Randstreifen für Insekten im intensiv genutzten Grünland zur Steigerung der Artenvielfalt.

Zweitens wurde darüber aufgeklärt, wie im Dauergrünland eine Leguminosennachsaat bei unterschiedlichem Grünlandmanagement erfolgreich durchgeführt werden kann.

Drittens wurde der Spezialfall einer Reparatur von Wildschweinschäden in FFH-Mähwiesen vorgestellt.

An einer Station wurde viertens der Silage-Check präsentiert und wesentliche Bedingungen und Kriterien zur Herstellung qualitativ hochwertiger Silagen herausgearbeitet.

Fünftens wurden im Rahmen einer Maschinenvorführung zur Nachsaattechnik für Deutsches Weidelgras in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Crailsheim die wesentlichen Punkte für eine gelungene Nach- beziehungsweise Übersaat vorgeführt.

Und schlussendlich wurde darauf eingegangen, mit welchen kurz- und langfristigen Anpassungsstrategien an die Trockenheit gearbeitet werden kann, damit sowohl der Ertrag als auch die Qualität im Grünland ausreichend abgesichert werden können.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Veranstaltung ein großer Erfolg war, die hervorragende Organisation, die hohe Zahl der Teilnehmer sowie deren aktive Beteiligung in den Diskussionen zeigten, dass das Thema sorgfältig gewählt wurde.

Für die Planung, die Vorbereitung und die Durchführung vor Ort sei den Kollegen des LAZBW Aulendorf um Prof. Martin Elsäßer an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich gedankt.