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Huber Technik Vertriebs GmbH: Immer wieder…

 

Um die Jahrtausendwende erlebte die Zertifizierung nach der Normenreihe ISO 9000 einen regelrechten Boom – die interne Qualitätssicherung quasi jedes Unternehmens, ob Großkonzern oder professionelle Handwerker auf dem Land, wurde damals begutachtet und zertifiziert. Doch wie kam es dazu? Im Jahr 1979 begründete die British Standards Institution (BSI) mit dem BS 5750 den ersten Standard für Qualitätsmanagementsysteme, der als Vorläufer der ISO-9000er-Serie gilt. 1987 wurde die ISO 8402 eingeführt, die wiederum im Jahr 2000 von der ISO-9000-Normenreihe abgelöst wurde – der Durchbruch des Systems. Aus dieser Reihe wurde die ISO 9001 inzwischen zu einer der meistakzeptierten Normen im Qualitätsmanagement, mit millionenfacher Zertifizierung weltweit und vielen Zehntausend Zertifikaten in Deutschland.

Den Prozess im Blick

Die frühen 9000er-Normen waren noch stark industrielastig, da sie die typischen Standardprozesse wie Entwicklung, Produktion und Montage bis hin zum Kundendienst abbildeten. Mit der Ausgabe der Normen EN ISO 9000:2000 ff. wurde die Struktur neu und grundsätzlich prozessorientiert aufgebaut. Deshalb sind diese Qualitätsmanagement-Normen heute grundsätzlich prozessorientiert aufgebaut, somit auch unternehmensübergreifend anwendbar und es ist unerheblich, ob man ein produzierendes Industrieunternehmen oder ein Freelancer des Dienstleistungssektors ist. Die im Rahmen der Prüfung durchgeführte Prozesszertifizierung erfolgt deshalb in Anlehnung an ISO 9001:2015, im Audit werden alle für die ISO 9001 relevanten Prozesse überprüft. Die DLG-Prüfung geht aber noch über die Bestimmungen der ISO 9001 hinaus. Hier muss nämlich gleichzeitig die Einhaltung der Grenzwerte für polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in durch die DLG wahllos nach dem Zufallsprinzip entnommenen Prüfmustern sichergestellt werden. Dadurch bildet der Fertigungsprozess von der Rohstoffbeschaffung bis zur Bereitstellung der Waren zur Auslieferung einen weiteren, besonderen Schwerpunkt.

Migration von PAK auf Tenax

Für die Prüfung der Migration von PAK wurden von allen am Standort produzierten Gummimattenmischungen Proben genommen und die Migration gemäß der Norm EN 1186-13b untersucht. Dazu wurde pro Prüfansatz eine Fläche von 0,5 dm² der Prüfmuster ausgeschnitten, einseitig mit 2 g Tenax bestreut und die Flächengewichte durch Wiegen der Muster auf einer Analysenwaage bestimmt. Nach Abschluss der Kontaktzeit wurde der Migrationskontakt durch Abnehmen des Tenax-Pulvers von den Prüflingen beendet. Anschließend wurde das Tenax unter Zugabe eines isotopenmarkierten PAK-Standard-Mixes als internem Standard mit n-Hexan für 24 Stunden bei 40 °C extrahiert. Die Extrakte wurden anschließend mittels einer Festphasenextraktion aufgereinigt und die extrahierten PAK-Stoffgruppen bzw. -Mengen über eine Gaschromatographie mit anschließender Massenspektrometrie bestimmt.

Fazit

Die Herstellungsprozesse aller von der Huber Technik Vertriebs GmbH am Standort Erding hergestellten Gummimatten für die Tierhaltung wurden begutachtet und bewertet. Das vorhandene Qualitätsmanagementsystem wurde durchgängig angewendet und eingehalten. Außerdem wurde die Migration von PAK auf Tenax aus allen produzierten Gummimischungen untersucht. Alle hergestellten Gummimischungen liegen unter den beiden DLG-Richtwerten für 15+1 EU SCF-PAK und 8 EU REACH-PAK. Nach der nun erfolgten Erstzertifizierung wird in der kontinuierlichen Überwachung seitens der DLG eine jährliche Bestimmung des PAK-Gehaltes sowie eine regelmäßige Begutachtung des Produktionsstandorts Erding durchgeführt. Weitere Informationen sind im Prüfbericht 6910 zu finden. Dieser ist kostenfrei auf der DLG-Webseite erhältlich.

Made in Germany

Das besondere Qualitätsbewusstsein einer Produktion am Standort Deutschland inklusive regelmäßig wiederkehrendem Audit des Herstellungsprozesses sowie der Nachweis geringer PAK-Migration aus dem verwendeten Material werden auch auf der Produktebene deutlich herausgestellt. Wenn für die Produktion ein DLG-Qualitätssiegel verliehen ist, wird das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT für eine erfolgreich absolvierte Produktprüfung mit dem Prüfzeichenzusatz „Made in Germany“ versehen.