Zum Hauptinhalt springen

Rationsgestaltung für Milchvieh wird aktualisiert

Der aus Vertretern der Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung und Wirtschaft bestehende DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung ist die Arbeitsplattform zur Entwicklung von allgemeingültigen Fütterungsempfehlungen in Deutschland. Seit den letzten beiden Ausgaben der Fütterungsempfehlungen bei der Milchkuh aus dem Jahr 2001 hat sich vor allem hinsichtlich der Versorgung mit Kohlenhydraten und Futterstruktur einiges getan.

Auf Beschluss des Arbeitskreises startete daher die AG ´Controlling´ unter dem Vorsitz von Dr. Bernd Losand von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern dieser Tage ihre Arbeit. Das Ziel der ersten Sitzung bestand hauptsächlich darin, den aktuellen Kenntnisstand festzuhalten und die zu bearbeitenden Neuerungen zu benennen, zu strukturieren, in entsprechende Arbeitspakete einzuteilen und auf die jeweiligen Fachkollegen zu verteilen.

Wesentliche Neuerungen wird es vor allem bei den Kenngrößen der Kohlenhydratversorgung, insbesondere im Hinblick auf die Stimulation der Vormagenverdauung geben. Hier werden neue vorgestellt und entsprechende Gründe zur Einführung sowie deren Vorzüge gegenüber den alten herausgestellt.

Für die Proteinversorgung gilt dies gleichermaßen, vor allem aber, um den Synchronismus, also den Zusammenhang zwischen Kohlenhydrat- und Proteinversorgung und den Ertrag an mikrobieller Biomasse in den Vormägen richtig charakterisieren und einschätzen zu können.
Berücksichtigt werden ebenso die analytischen Aspekte zur korrekten Erfassung der neuen aber auch bekannter Parameter, bei denen zum Beispiel inzwischen mehrere Methoden angewendet werden können.

Des Weiteren werden neue Indikatoren zur Bewertung der Strukturwirksamkeit vorgestellt und in Anlehnung an die historische Entwicklung der Strukturbewertung diese Indikatoren beschrieben. In der Folge wird abgeleitet, warum neue Kenngrößen wie peNDF (physikalisch effektive Neutrale Detergentien Faser) nach heutiger Sicht für die Rationskontrolle am geeignetsten erscheinen.

Abschließend werden die neuen Kenngrößen in die ebenfalls zu aktualisierenden Vorgaben zur Rationsplanung und -gestaltung eingearbeitet. Dabei spielt die Absicherung der Futteraufnahme, der optimale Rationstrockensubstanzgehalt sowie dessen Einfluss auf den notwendigen peNDF-Gehalt der Ration bei Fütterung von Teilmisch- (PMR) oder Totaler Mischration (TMR) eine zentrale Rolle. Ebenso werden hier die Instrumente zum Rations- und Fütterungscontrolling angepasst, beschrieben und bewertet.

Die nächsten Sitzungen sind bereits für den 24. September und den 26. November 2019 geplant, dann sollen die ersten Entwürfe vorgelegt und besprochen werden. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für 2020 geplant.