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Neuer Absatzweg für Stroh

Patricia Eschenlohr berichtet, wie Stroh als Verpackungsmaterial die Landwirtschaft stärkt und die Umwelt schützt

Seit dem 1. Januar ist das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Es bringt deutlich verschärfte Kontrollen, um sicherzustellen, dass jedes Unternehmen, das mit Ware befüllte Verpackungen in Verkehr bringt, für die Entsorgung seiner Verpackungen ein entsprechendes Entgelt bezahlt. Das Entgelt bemisst sich dabei an der Recyclingfähigkeit und Umweltfreundlichkeit der Materialien. Naturmaterial ist quasi abgabebefreit.

Die Entsorgung von Kunststoff ist seitdem rund 20 mal teurer als die von Naturmaterialien. Zudem wird Transparenz geschaffen, von wem welche Art von Verpackungsmüll in den Verkehr gebracht wird. Mit dem Verpackungsgesetz hat die Politik ein Zeichen gesetzt, dass Alternativen zu Plastik gewünscht sind.

Auch auf der EU-Ebene drängt die Politik die Unternehmen zum Umdenken. Die Richtlinie der EU-Plastiksteuer, das EU Circular Economy Package und die Europäische Strategie für Kunststoffe sind nur einige der weiteren Maßnahmen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen und deutlich andere Anforderungen an Verpackungen stellen.

Zum Beispiel als Ersatz für die 300.000 t Styropor, die jedes Jahr alleine in Europa zu Einwegverpackungen verarbeitet werden. Die Landpack GmbH, 2013 gegründet, entwickelte erstmals eine ökologische Alternative zu Styropor. Zunächst für den boomenden E-Food Markt, zunehmend auch für Pharma und Biotec Anwendungen. Die Firma beliefert mittlerweile rund 700 Lebensmittelunternehmen, die von Styropor auf Stroh umgestiegen sind. Täglich werden es mehr.

Die Verpackungen bestehen aus Stroh oder Hanf, können im Biomüll oder Garten entsorgt werden und zahlen sich damit monetär im Rahmen des neuen Verpackungsgesetzes aus. Und der Herstellungsprozess der Verpackung beansprucht nur circa 1/50stel der Energie, die bei Styropor anfällt und ist zu 100 Prozent klimaneutral.

Und die Landwirte freut der profitable Nebenerwerb ebenfalls. Landpack verwendet primär Stroh von Sommer- und Wintergerste und arbeitet mit Vertrags-Landwirten in der Region eng zusammen. Auf lange Zeit und auch bei starkem Wachstum der Landpack GmbH wird das Stroh aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck mehr als ausreichend sein. Tagtäglich werden damit viele tausend Einweg-Styroporboxen ersetzt.