Zum Hauptinhalt springen

Neue Wege in der Fleischerzeugung

Wie lassen sich ein vermehrtes Augenmerk auf Tierwohl, Wünsche und Vorstellungen der Konsumenten und die Wirtschaftlichkeit von aktuellen Produktionsverfahren in der Rind- und Schweinefleischerzeugung zusammen führen? Dieser und anderen Fragen ging der DLG-Ausschuss Technik in der Tierhaltung auf seiner 90. Sitzung kürzlich in Bayern nach.

Die Exkursion begann auf Hof Burgösch in Baisweil. Der Betrieb von Familie Specht hat Plätze für die Erzeugung von 600 Fressern und rund 650 Stellplätze für Mastbullen. Etwa 550 Mastbullen der Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Kreuzungstiere erreichen pro Jahr Schlachtreife. Ein Tretmiststall als Aufstallungsform, dazu die mittlerweile betriebseigene Fresseraufzucht und eine Biogasanlage mit rund 1.500 KW installierter Leistung bilden die Hauptarbeitsgebiete im Unternehmen. Der Familie Specht ist ein positives Image, ein stets offener Hof mit einem ständig aktuellen Internetauftritt ein wichtiges Anliegen, um Akzeptanz für moderne Landwirtschaft zu fördern.

Familie Lampl in Odelzhausen betreibt ebenfalls Rindermast mit Tretmiststall und Aussenklimaführung. Neben der Bullenmast werden rund 190 Ochsen in einer weiteren Anlage gehalten. Zu dieser Anlage gehören ein automatisches Fütterungssystem ebenso wie das automatische Einstreuverfahren mit einem Aufwand von ca. 0,8 bis 1 kg Stroh je Tier und Tag. Besonders hervorzuheben ist die Vermarktung der Tiere, welche großenteils über die eigene Metzgerei erfolgt.

Auch in der Schweinefleischerzeugung gehen Landwirte bisweilen neue Wege. Familie Gelb aus Merching begann vor einigen Jahren, die Ferkelerzeugung zugunsten eines Maststalles mit Stroheinstreu und Außenklimazugang zu verringern. Mit der freien Wahl zwischen Innen- und Außenbereich, einer Fußboden- und Tränkeheizung und Stroh als Beschäftigungs- und Spielmaterial.

Die Vermarktung der schlachtreifen Tiere erfolgt regional über Metzger, so kann der Betrieb den höheren finanziellen Aufwand über höhere Einnahmen kompensieren. Das „Schweinehotel“ hat es bis in die Print- und Fernsehmedien geschafft.

Alle besuchten Betriebe werden von Teams der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft betreut und beraten.