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Milchmarkt: Die Auswirkungen des Russlandembargos

Russland 2014 – ein internationaler Konflikt aufgrund der Krim, eine Halbinsel in der Ukraine, führt zu Sanktionen für Lebensmittel, unter anderem Milchprodukte. Russland gehörte zu den mitunter wichtigsten Handelspartnern, vor allem für die nordöstlichen Mitgliedsstaaten der EU. Im Jahr 2013 gingen 32,7 Prozent von den Käseexporten an Drittländer nach Russland und auch bei Butter wurde rund ein Drittel der Exportmenge in Drittländer nach Russland geliefert.

Durch den Wegfall dieses Handelspartners ergaben sich zwei Fragen: Wie wirkte sich das Russland-Embargo auf den Milchpreis in den Ländern der Europäischen Union aus? Gab es eine Änderung bei den Handelsströmen zwischen der Europäischen Union und Drittstaaten in Bezug auf Butter, Käse und Molkenpulver?

Laut Fedoseeva et al. (2015) hatte vor allem die Verlagerung von Exportmenge an den Binnenmarkt der EU einen negativen Effekt auf den Milchpreis. Mittels eines linearen Zeitreihenmodelles für drei verschiedene Zeiträume, in dem verschiedene politische Maßnahmen Russlands und die Milchquote berücksichtigt wurden, konnte gezeigt werden, dass das Russland-Embargo einen Einfluss auf den Milchpreis hatte.

Die Länder im Baltikum sowie Finnland, die Niederlande und Irland verzeichneten einen signifikanten negativen Effekt im betrachteten Zeitraum von 2011 bis 2017. Litauen exportierte im Schnitt in den Jahren von 2011 bis 2013 14 Prozent der eigenen Produktionsmenge nach Russland. Im Vergleich dazu, Deutschland exportierte 1,3 Prozent ihrer Produktionsmenge nach Russland.

Durch die Betrachtung des Export- und Importhandels mit den wichtigsten Handelspartnern verdeutlichte sich, dass die Importe der EU bei Butter und Käse aus Neuseeland sanken, was auf die höhere Menge auf den Binnenmarkt der EU zurückzuführen ist. Die Exportmenge verlagerte sich vor allem bei Käse nach Japan und Südkorea und bei Butter in die USA.

Als wichtigstes Ergebnis zeigt die Studie, dass gerade die Länder, die einen hohen Teil ihrer Produktionsmenge nach Russland exportierten, am meisten betroffen sind, und dass eine positive Entwicklung mit den internationalen Handelspartnern, die nicht am Embargo beteiligt sind, den Verfall des Milchpreises und eine Überflutung des Binnenmarktes zum Teil abfedern können.