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Die Situation im Grünland

Martin Elsäßer zu den Themen auf der diesjährigen DLG-Grünlandtagung

Ist das Grünland resistent oder resilient? Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist das die entscheidende Frage, die die Grünlandbauern gerade umtreibt. Halten Grünlandgräser die Trockenheit und zeitweilige Dürre aus? Wie reagieren sie auf das Fehlen von Wasser? Kommen sie wieder, sind sie resilient und wachsen nach der Trockenphase wieder nach?

Erstaunlicherweise sind die Grünlandflächen nach diesem extremen Sommer wieder grün geworden und nicht nur in Forschungsberichten aus der Schweiz und aus anderen Instituten, sondern auch in der Praxis konnte man feststellen, dass Deutsches Weidelgras wieder gut ausgetrieben hat. Wassermangel förderte einerseits den Wurzeltiefgang, er hat aber auch die Mineralisierung von Stickstoff im Boden begrenzt. Damit kommen jetzt im Frühjahr eigentlich zwei Faktoren zusammen, die sich begünstigen könnten: Große Wurzelmasse und hohes Stickstoffangebot durch Mineralisierung.

Und doch sind die Grünlandbestände auch teilweise stark geschädigt, so dass an vielen Orten Lücken durch Nachsaaten geschlossen werden müssen. Immerhin wurde die Gemeine Rispe infolge der Trockenheit oft extrem geschädigt und fällt als großer Konkurrent für gute Grünlandgräser aus.

Nachsaaten sind aber keine Behelfsverfahren mit großer Beliebigkeit. Nein, Nachsaaten sind, egal ob sie als Übersaat oder als Schlitzsaat ausgeführt werden, an bestimmte gute Bedingungen gebunden. Nämlich an gutes und empfohlenes Saatgut und an genügend Wasser, um das Auflaufen zu garantieren. Und an den richtigen Saattermin, nämlich dann, wenn die Konkurrenz der vorhandenen Altnarbe klein ist und die Samen gut auflaufen können. Zudem dürfen die kleinen Samen nicht von vorneherein durch Gülledüngung wieder zugedeckt werden, sondern es geht darum, dass sie Licht und Luft zum Wachsen erhalten.

Sie sehen also: Es ist einiges auf dem Grünland zu beachten und die diesjährige DLG-Grünlandtagung, die am 19. Juni 2019 in Crailsheim-Ingersheim in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg und dem 27. Baden-Württembergischen Grünlandtag stattfinden wird, nimmt sich dieser Themen ganz besonders an.

Es geht um Nachsaatmethoden, um Reparatur von Wildschweinschäden, um Biodiversität und Eiweiß vom Ackerfutter und es geht um die Chancen und Grenzen, die der Futterkonservierung durch die ungünstige Witterung gesetzt werden. Nicht zuletzt geht es auch um die Frage, hat Grünland immer einen Stickstoffdüngebedarf? Diese hochaktuellen Themen werden von verschiedenen Fachexperten in Vorträgen und mit Vorführungen beantwortet.