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DLG-Tech Day stieß auf große Resonanz

„Mit einer so großen Resonanz von über 130 Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum hätten wir zunächst nicht gerechnet“, bewertete der Geschäftsführer Stefano Mastrogiovanni die Tatsache, dass die Veranstaltung schon bei ihrer ersten Auflage die Kapazitätsgrenzen der Räumlichkeiten des DLG-Testzentrums Technik und Betriebsmittel erreichte. Er freute sich, dass das Konzept aus Fachinformationen und Netzwerktreffen für Fahrzeug- und Landtechnik-Entwickler, das den DLG-Gedanken des „Runden Tisches“ aufgreift, so gut angenommen wurde.

Ein thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung waren die aktuell auch in der Öffentlichkeit stark diskutierten Kamera-Monitor-Systeme und Abbiege-Assistenten.

Vorbau-Kamera-Systeme unterstützen den Fahrer bei der Beobachtung des Querverkehrs an engen, unübersichtlichen Einfahrten und bei verlängertem Vorbaumaß. Hier kommt es beim "Hineintasten" immer wieder zu Unfällen, gerade bei der Beteiligung von Zweirädern oft mit schweren Personenschäden. Beträgt der Abstand zwischen Lenkrad und Fahrzeugvorderkante (inkl. Anbaugerät) mehr als 3,5 m, ist gesetzlich eigentlich ein Einweiser vonnöten, der durch ein solches geeignetes und geprüftes, technisches System ersetzt werden kann. Den aktuellen Stand der Dinge fasst das gerade erschienene "DLG-kompakt 4-2019" zusammen. Zurzeit sind vier Systeme der Hersteller Brigade, Fliegl, Mekra-Lang/Satcomsystems und Motec zertifiziert.

Ebenfalls sind aktuell vier Abbiege-Assistenzsysteme mit allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) für Nutzfahrzeuge marktverfügbar. Diese erkennen über Blinkerbetätigung und Lenkeinschlag einen bevorstehenden Abbiegevorgang. Über Kameras und Ultraschallsensoren werden die Bereiche um das Fahrzeug überwacht beziehungsweise für den Fahrer sichtbar gemacht, die bisher im toten Winkel der Fahrzeugspiegel lagen. Unfallschwerpunkt sind hier vor allem Rechtsabbiegevorgänge im Stadtverkehr, wenn an Ampeln – oft für den Fahrer nicht ersichtlich – Radfahrer neben dem Fahrzeug zu stehen kommen. Auch diese Unfälle nehmen einen oft tödlichen Ausgang.

Der aktuelle Stand und neue Trends wurden diskutiert, beide technischen Lösungen konnten außerdem auch live im Einsatz gesehen werden.

Um die Sicherheit des Fahrers ging es beim Thema ROPS und FOPS. Hinter diesen Abkürzungen verbergen sich Prüfungen für Sicherheitsstrukturen für Kabinen, die dem Fahrer im Falle eines Überschlags (roll over protective structure) oder herabfallender Gegenstände (falling objects protective structure) einen Überlebensfreiraum sichern. Aktuelle Trends von der Computersimulation der auftretenden Verformungen bis hin zu Änderungen der in den entsprechenden Codes der OECD-hinterlegten Prüfvorschriften wurden diskutiert.

Mit der "Tractor-Mother-Regulation" durch die Verordnung EU 167/2013 wurde die Straßenzulassung von Traktoren, Anhängern und Anbaugeräten zum Stichtag 1.1.2018 auf das Typzulassungsverfahren umgestellt. Experten berichteten aus der Praxis der Implementierung dieses Umstellungsprozesses und wie das Verfahren auch der gegebenenfalls danach noch notwendigen nationalen Zulassung durch einfache Kniffe und rechtzeitiges Einbinden des nötigen Technischen Dienstes beschleunigt werden kann.

Schlussendlich ging es bei den Emissionen um ein weiteres "heißes“ Thema: Wie bei Pkw auch, sind bei (landwirtschaftlichen) Nutzfahrzeugen Emissionsmessungen im realen Betrieb in der Diskussion. Das DLG-Testzentrum nimmt hier im gewissen Sinne eine Vorreiterrolle ein, werden doch schon lange die Leistungs- und Verbrauchsmessungen an Traktoren unter Emissionskontrolle durchgeführt.

Hintergrund ist hier, dass die DLG-Experten vor allem an den NOx-Werten erkennen können, wenn ein Traktor bei gleicher Leistung auf einen besonders niedrigen Verbrauch abgestimmt wurde. Tricksereien wie im Pkw-Bereich sind damit im DLG-PowerMix und bei Prüfungen nach OECD-Tractor Code 2 nahezu ausgeschlossen.

Live im Einsatz zu sehen war das „PEMS“-Messsystem des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (Bayern). Dieses Portable Emission Measuring System macht – in der Fronthydraulik mitgeführt – sogar hochpräzise Echtzeitmessungen auf zulassungsrelevantem Genauigkeitsniveau im tatsächlichen Feldeinsatz möglich – hier gezeigt an verschiedenen Maschinen mit Biokraftstoffen.