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Neue Materialkombinationen mit Holz

Elf Forschungsverbünde arbeiten derzeit am verstärkten Einsatz von Holz beim Bauen. Ziel ist die Entwicklung neuer hybrider Werkstoffe und Systeme mit Holz etwa mit Beton, Kunststoffen, Fasern oder Glas. Gefördert wird die Forschung im Rahmen des Programms „Nachwachsende Rohstoffe“.

Beispielsweise entwickelt das Institut für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Berlin in Kooperation mit einem Partner aus dem konstruktiven Holzbau eine neue, statisch hocheffiziente Verbindungstechnologie für Holz-Beton-Verbund-Decken (HBV), wie sie bei der Errichtung von mehrgeschossigen Gebäuden zum Einsatz kommen.

Basis ist eine innovative Nass-in-Nass-Verklebungstechnologie, bei der frischer Beton auf eine noch feuchte Klebstoffschicht auf dem Holzträger aufgegossen wird. Auf diese Weise verklebte Holz-Beton-Verbund-Decken sind nicht nur tragfähiger und biegen sich weniger durch als herkömmliche HBV-Decken, sondern verzichten auch auf Tausende teurer Spezialstahlschrauben.

So hergestellte HBV-Decken sparen gegenüber üblichen Betondecken etwa zwei Drittel des Betons und 80 Prozent des Bewehrungsstahls. Sie verringern damit die CO2-Emission im Herstellungsprozess ebenfalls um zwei Drittel. Ziel des Gesamtvorhabens ist die Entwicklung eines Fertigteildeckensystems, das die schnelle und witterungsunabhängige Werksvorfertigung benötigter Deckensegmente ermöglicht.

An der Optimierung der Festigkeit und der Feuerbeständigkeit von Span- und OSB-Platten forscht die Georg-August-Universität Göttingen. Der Forschungsansatz sieht vor, die Biegefestigkeit der im Bausektor und der Verpackungsindustrie eingesetzten Platten durch das Einbinden von Fasermatten auf Basalt-Basis in den Werkstoffverbund bei gleichzeitiger Reduzierung der Rohdichte zu erreichen. Dafür müssen durch das Projektteam unter anderem die eingesetzten Klebstoffe angepasst werden.

Zudem untersucht eine Nachwuchsforschergruppe des Fraunhofer Wilhelm-Kauditz-Institutes für Holzforschung das Langzeitverhalten von klebstoffgebundenen Hybridsystemen aus Holz, Fasern und Kunststoff sowie aus Holz und Beton.

Dies berichtet das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).