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Mehr Beschäftigungsmaterial macht mehr Muskeln

Wie beeinflusst das Bereitstellen von Beschäftigungsmaterial das Verhalten von Jung- und Legehennen? Dieser Fragestellung wurde am Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel und Kleintiere in Kitzingen nachgegangen. Hierzu wurde vor allem der Einfluss von Beschäftigungsmaterialien auf die Leistung und auf Verhaltensstörungen, wie Federpicken, untersucht.

Gruppen mit Beschäftigungsmaterial wiesen in der 6. bis 8. Lebenswoche ein geringeres Körpergewicht auf als die Vergleichsgruppen ohne Beschäftigungsmaterialien. Zum Ende der Aufzuchtperiode hatten die Tiere die Gewichtsdifferenz allerdings wieder kompensiert und lagen gleichauf mit der Vergleichsgruppe.

Auffällig war, dass die Uniformität in der Gruppe ohne Beschäftigungsmaterial in der 16. Lebenswoche höher war. Ein möglicher Grund kann die Schwankung bei der Aufnahme von Beschäftigungsmaterial sein. Es kann sein, dass es Tiere gibt, die das Angebot an Material sehr intensiv nutzen und dadurch eine höhere Futteraufnahme erzielen.

Bei den Parametern Mortalität und Leistungen in der Legeperiode (Eizahl, Futterverbrauch und -verwertung) war kein konkreter Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Beschäftigungsmaterialien beziehungsweise deren Fehlen auszumachen. Bei dem Eigewicht hingegen wurde ein durchschnittliches Mehrgewicht von +0,7g in der Legeperiode mit Beschäftigungsmaterial festgestellt. Im Gegenzug stieg die Anzahl der verlegten Eier an, was zu Hygieneproblemen führen kann.

In dem Versuch zeigten die Lohmann Brown classic (LB) einen deutlich höheren Verbrauch an Beschäftigungsmaterialien als die Lohmann selected Leghorn classic (LSL). Dieser Verbrauch wird gefördert durch die Länge des Zeitraums, in dem den Tieren Materialien zur Verfügung stehen. Je länger sie Beschäftigungsmaterialien kannten, umso höher war der Verbrauch.

Nach der Schlachtung konnte bei den Hennen der LB mit Beschäftigungsmaterial in der Aufzuchtsperiode ein höherer Muskelmagenanteil nachgewiesen werden als bei der Vergleichsgruppe. Dies ermöglicht eine bessere Nährstoffaufnahme aus dem Futter.

Bei allen Tieren, denen Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stand, konnte ein deutlicher Schnabelabrieb festgestellt werden. Die Gefiederschäden waren bei diesen Tieren in der 14. Lebenswoche ebenfalls geringer als in den Vergleichsgruppen.

Insgesamt konnte hier allerdings kein ökonomischer Vorteil durch den Einsatz von Beschäftigungsmaterial festgestellt werden.