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N-Bedarfsermittlung: Was tun bei „fast null“?

Wenn die Düngebedarfsermittlung „(fast) null kg N/ha“ ausrechnet, bleibt für den Landwirt nur wenig Spielraum. Tatsächlich nichts oder die nur wenige erlaubte Menge düngen oder vielleicht doch lieber auf die anderen Werte zurückgreifen? Denn für die Bedarfsermittlung können sowohl eigene Proben als auch die Richtwerte der Landesbehörden herangezogen werden – am Ende des Jahres muss aber die Bilanz stimmen.

Passt also die von manchem angedachte Strategie: Mit etwas (mehr) Stickstoff provoziere ich deutlich mehr Entzug als bei Nulldüngung und damit die bessere N-Bilanz? Gemessene Nmin-Werte bis 200 kg/ha in 0 bis 90 cm sind in diesem Frühjahr nach hohen Temperaturen und wenig Niederschlägen in 2018 keine Seltenheit. Doch stehen diese Mengen den Pflanzen auch tatsächlich zur Verfügung?

Dies wird in großem Maße davon abhängen, zu welcher Zeit wie viel Niederschlag fällt und welcher Ertrag daraus resultiert. Leider kann der Landwirt das weder vorhersehen noch steuern und so wird die Frage nach der besseren Strategie in den Praxisbetrieben auf Grund fehlender Vergleichbarkeit nicht zu beantworten sein.

Am Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg-Strenzfeld wird im Systemvergleich Fruchtfolge genau dieser Frage nachgegangen. In der Kultur Winterweizen wollen wir in diesem Jahr in vier Fruchtfolgen die N-Düngung vergleichen – auf der einen Seite mit der Düngebedarfsermittlung nach eigenen Proben und andererseits nach den Richtwerten der Landesbehörde.

Mit bis zu 90 kg N/ha ist der Unterschied zwischen beiden Werten nach Vorfrucht Raps, Erbse und Körnermais besonders groß. Im Dezember und Januar gab es am Standort Niederschläge mindestens in Höhe des langjährigen Mittels, während im Februar rund 20 mm fehlten und so ist die nutzbare Feldkapazität bei Weitem nicht aufgefüllt. Doch die Temperaturen steigen und die Andüngungen sind gemacht. Bleibt abzuwarten, welche Strategie in diesem Jahr die erfolgreichere ist und wie sich eine (fast) Nulldüngung im Weizen darstellt.

Neugierig, wie sich die Bestände über die Vegetation entwickeln? Wir berichten über die Entwicklungen, werden die Bestände mit entsprechenden Bonituren bis zur Ernte begleiten und die Ertragsdaten auswerten. Wer nicht bis zur Ernte warten möchte, sollte uns in Bernburg besuchen und mit diskutieren.