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Europaweit voneinander lernen

Zum ersten Mal in der fast 30-jährigen Vereinsgeschichte tagte der Vorstand der European Pigproducers (EPP) e.V. kürzlich in Finnland. Neben der Abarbeitung der Agenda stand für die Teilnehmer auch die Besichtigung eines Schweinebetriebes sowie eines großen Schlacht- und Beratungsunternehmens auf dem Programm. Somit konnten die Vorstandsmitglieder die Besonderheiten der Schweinefleischproduktion in Finnland „from farm to fork“ kennenlernen.

Ringelschwanz als Tierwohlindikator No.1

Finnland ist aufgrund des Klimas, der Bevölkerungsdichte sowie der Rahmenbedingungen nicht 1:1 mit Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Belgien vergleichbar. Dennoch können Schweinehalter auch von ihren Berufskollegen aus Skandinavien lernen, und so haben die Vorstandsmitglieder auch von diesem Treffen einige Impulse mit nach Hause genommen. EPP-Präsident Gert van Beek aus den Niederlanden dankte der finnischen Vorstandskollegin Taru Antikainen für deren Offenheit und Bereitschaft, ihren Betrieb für die Berufskollegen zu öffnen - in Zeiten der grassierenden ASP keine Selbstverständlichkeit.

Eine der zentralen Fragen war natürlich, wie die Finnen den Ringelschwanz bis zur Schlachtung „durchbekommen“. Antikainen macht daraus kein großes Geheimnis, arbeitet sie doch seit Jahren in diversen EU-Gremien in dieser Frage mit: Optimales Klima und angepasste Fütterung in allen Haltungsabschnitten, ausreichend Platz, konsequente Tierbeobachtung, Buchtenhygiene und robuste Genetik spielen für sie eine entscheidende Rolle. Es gehe in erster Linie darum, den Stresslevel für die Tiere zu minimieren.

Dazu bedarf es ihrer Ansicht nach nicht unbedingt komplett neuer Stallsysteme. Teilspaltenböden mit Flüssigfütterung funktionieren bei Beachtung der genannten Punkte sehr gut, wie der Betrieb Antikainen zeigt.

Pig Production in Transition - EPP-Congress vom 5. bis 7. Juni 2019 in Landshut

Nach 2003 in Dresden und 2011 in Münster findet das Jahrestreffen der European Pig Producers (EPP) in diesem Jahr zum dritten Mal in Deutschland statt. Ausrichter ist der Deutsche Verband des europäischen Netzwerkes für Schweinehalter. Durch den Kongressstandort Landshut stehen diesmal die Besonderheiten der bayerischen Schweinehaltung bei den Betriebs- und Industriebesuchen in besonderem Fokus.

Im Rahmen des dreitägigen Konferenzprogramms werden aber auch die aktuellen Rahmenbedingungen für Schweinehalter in Europa beleuchtet. „Schweineproduktion im Wandel“ lautet daher das Generalthema, müssen sich doch viele Betriebe einem solchen Wandel unterziehen, um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Globalisierung und Digitalisierung aber auch Klimawandel und Verbraucherverhalten verändern die Rahmenbedingungen und damit auch die Entwicklungsmöglichkeiten. Anerkannte Referenten werden die Herausforderungen benennen und die Chancen aufzeigen.

Interessierte Praktiker können sich unter www.pigproducer.net informieren und zum EPP-Congress 2019 anmelden.