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Wie Puten gerne sitzen würden

In einer Studie von Dr. Julian Marks, Heidemark GmbH, wurde untersucht, in wie weit sich das Angebot von Sitzgelegenheiten auf das Verhalten von Putenelterntieren auswirkt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf der DLG-Geflügeltagung kürzlich in Celle.

Eine der größten Bedenken bei dem Angebot von Podesten ist das natürliche Verhalten der Putenhennen, welche zur Eiablage geschützte Bereiche aufsuchen und das es somit zu einer vermehrten Eiablage unter den Podesten kommen kann. Dies würde die Eihygiene der Bruteier deutlich negativ beeinflussen und sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit der Haltungsform auswirken.

Während des Versuches wurden Podeste und Sitzstangen angeboten. In der Aufzuchtphase wurde ein Akzeptanzrückgang bei den Tieren beobachtet. Dieser ist in erster Linie auf das Körperwachstum der Hennen zurückzuführen. Je größer die Tiere werden, umso weniger Platz ist auf den Sitzgelegenheiten vorhanden, somit müssen mehr Tiere auf dem Boden verbleiben. Nach Abschluss des Körperwachstums ist die Intensität der Nutzung von Podesten und Sitzstangen gleichbleibend.

Podeste wurden zu rund 130 Prozent ausgelastet und die Sitzstangen zu annähernd 100 Prozent. Die 130 Prozent bei den Podesten liegen darin begründet, dass die Hennen sich auf den Podesten, hier ragen zum Beispiel Kopf oder Schwanz über das Podest hinaus, anders anordnen können als auf den Sitzstangen.

Die höchste Akzeptanz ist in der Dunkelphase zu beobachten. Dieses Verhalten entspricht dem von Wildputen, die zum Beginn der Dämmerungsphase zur Feindvermeidung Aufbaumverhalten zeigen.

Eine Zunahme von Bodeneiern konnte in dieser Studie nicht bestätigt werden. Das vermehrte Vorkommen von Bodeneiern wird in der Praxis stark durch das Management und den Tierbetreuern beeinflusst.

Bei der Fußballengesundheit konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen mit Podesten und der Kontrollgruppe ermittelt werden.