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Für eine zukunftsfähige Milcherzeugung

Welchen Einfluss haben der genetische Typ, die Grobfutterqualität und das Kraftfutterniveau auf die Tiergesundheit, Ökonomie und auch auf die Umwelt? – Dies war die Forschungsfrage, die im Verbundprojekt optiKuh beantwortet wurde. Herangezogen wurden Zucht- und Fütterungsversuche, die Nutzung von Stoffwechselindikatoren und Milchspektraldaten sowie Sensoren im Herdenmanagement.

Übergeordneter Schwerpunkt des Projektes waren das Tierwohl und die Umweltwirkung. Zusätzlich wurden unter anderem der optimale Kraftfuttereinsatz, die Zucht auf Futteraufnahme und der Methangehalt in der Atemluft der Kühe, gemessen mittels eines Laser-Methan-Detektors, bearbeitet.

Anhand des Datenmaterials von über 1.500 Milchkühen der Rassen Deutsche-Holstein, Fleckvieh und Brown Swiss zeigten sich bei den Versuchen über zwei Jahre und während der Laktation und Trockenstehphase, dass vor allem die Grobfutterqualität den entscheidenden Einfluss auf die Futteraufnahme und auch auf die notwendige Einsatzmenge von Kraftfutter hat.

Die ökonomische Betrachtung des Kraftfuttereinsatzes ist einzelbetrieblich zu beurteilen. Dieser Faktor hängt von der Verfügbarkeit und von den Kosten der Futtermittel ab. Aus Sicht des Tieres sind unterschiedliche Kraftfutterniveaus ohne Beeinträchtigung von Gesundheit und Fruchtbarkeit möglich, wenn das Management entsprechend darauf abgestellt ist.

Aus züchterischer Sicht stehen die Futteraufnahme und die Futtereffizienz im Fokus. Eine Zucht ist auf beide Kriterien möglich, wenn die erstellten Lernstichproben über genomische Verfahren genutzt werden. Für Fleckvieh sind die Daten derzeit noch sehr begrenzt. Über ein Anschlussprojekt kann die züchterische Nutzung der Daten aus der Futteraufnahme beim Einzeltier der zwölf beteiligten Versuchseinrichtungen weiter erfolgen. So ist für die beiden Hauptrassen eine sehr gute Perspektive für züchterische Verbesserungen gegeben.

Ziel des Projektes war aber auch die Betrachtung der nachhaltigen Umweltwirkung. Ein Aspekt, der zu beachten ist, ist der Zukauf von Kraftfutter in Bezug auf die Stoffstrombilanz. Methan, als Treibhausgas, ist ein großes Diskussionsthema, für das händeringend nach einer Lösung gesucht wird. Im vorgestellten Projekt wurden dazu die Methangehalte der Tiere ausgewertet und Feldversuche mit Zucht auf weniger Methan durchgeführt.

Das Verbundprojekt zeigt, wie wichtig eine Gesamtbetrachtung von Tiergesundheit, Leistung, Ökonomie und Umweltwirkung ist. Durch den inter- und transdisziplinären Ansatz konnten wichtige Weichen für die „optiKuh“ gestellt werden, um den Herausforderungen der Zukunft aus gesellschaftlicher und landwirtschaftlicher Sicht zu begegnen.