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Die gläserne Kuh

Zu diesem Thema trafen sich 287 führende Milcherzeuger und Berater kürzlich zur 16. Konferenz des DLG-Forum Spitzenbetriebe Milcherzeugung und diskutierten in Hohenroda die aktuellen Herausforderungen bei der Milchproduktion.

Auftakt der Tagung war die jährliche Betriebszweigauswertung, an der sich 293 Betriebe beteiligt haben. Dr. Stefan Weber zeigte einmal mehr auf, wie viel Potenzial noch in den Arbeitserledigungskosten steckt und wo sich die größten Unterschiede zwischen den Betriebsgrößen, aber auch zwischen den Rassen zeigen. Es ergab sich - nach zwei schlechten und einem ausgeglichenen Jahr - erfreulicherweise ein deutlich positives kalkulatorisches Betriebszweigergebnis von 5,38 Cent pro Kilogramm Energie korrigierte Milch (ECM). Zurückzuführen ist dieses Ergebnis vor allem auf den stabil hohen Milchpreis und so wurde der Fokus der Konferenz auf die Optimierung der Ressourcenverwertung und die damit einhergehende Kostenreduktion gelegt.

Prof. Dr. Hubert Spiekers und Prof. Dr. Georg Thaller präsentierten anschließend das Projekt optiKuh – Schlussfolgerungen für Zucht, Fütterung und Management. Welchen Einfluss haben der genetische Typ, die Grobfutterqualität und das Kraftfutterniveau auf die Tiergesundheit, Ökonomie und auch auf die Umwelt? Dies war die Forschungsfrage, die anhand von Fütterungsversuchen und Datenauswertungen mit neuer Sensortechnik beantwortet wurde. Es zeigte sich, dass vor allem die Grobfutterqualität ausschlaggebend für die Einsatzmenge von Kraftfutter und die Futteraufnahme ist.

Von der Landwirtschaft in Deutschland ging es zur Milchproduktion im Iran. Traditionelle Landwirtschaft oder doch modernste Milchproduktion? S. Ahmad Moghaddas zeigte anhand des eigenen Betriebes mit 770 Rindern die Produktionsweise im Iran und den Umgang mit Wassermangel und Hitzestress. Neben seinem Betrieb fungiert er auch als Vorstandsvorsitzender der Iran Federation of Dairy Farmers Association. Ein Verband aus Milchviehbetrieben mit einer eigenen Molkerei, die 60 Prozent der Milchproduktion im Iran verarbeitet.

Die Herausforderungen in der Landwirtschaft werden immer mehr und es stellt sich die Frage, wie man damit im Alltag umgeht. Sandra Völker, mehrfache Weltmeisterin im Schwimmsport, zeigte den Landwirten anhand der Erfolgsprinzipien im Leistungssport, wie wichtig die eigene Motivation und die Offenheit für Neues sind und gab den Landwirten den Gedanken mit: „Ich kann es, ich darf es und ich will es!“

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz besuchten die Landwirte den Betrieb Ludwig und Lutz Decker GbR in Hohenhameln, wo sie Ideen zu moderner Stalltechnik, wie computergesteuerten Lichtprogrammen mitnehmen konnten. Im Weiteren wurde der Betrieb Weidenhof besucht, der von Claudia, Lea und Achim Müller bewirtschaftet wird. Die Besucher konnten sehen, was hinter der Direktvermarktung und der Verarbeitung von Milch steckt.