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Wie Digitalisierung die Tiergesundheit fördert

Experten der Veterinärmedizin, der Landwirtschaft und der Politik diskutierten gemeinsam mit Vertretern der Tiergesundheitsbranche die Chancen der Digitalisierung für eine zukunftsfähige Tierproduktion in einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Globalen Forums für Ernährung und Landwirtschaft (GFFA) am Rande der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Dabei wurde auf die zahlreichen Möglichkeiten aufmerksam gemacht, die die Digitalisierung für die Tiergesundheit auf der ganzen Welt bietet, wie Tierkrankheiten zu erkennen und zu bekämpfen, zum Schutz der öffentlichen Gesundheit beizutragen sowie die Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion zu stärken.

Durch die Sammlung, Überwachung und Analyse von Gesundheitsdaten in Kombination mit neuen Diagnosewerkzeugen und digitalen Lösungen in der Tierproduktion helfen Tierärzte und Landwirte, große Fortschritte bei der Erkennung und Kontrolle von Tierkrankheiten zu machen. Tragbare Sensoren, A.I. kontrollierte Überwachungssysteme, neue Diagnostika und vieles mehr unterstützen die Landwirte weltweit bei einer gesunden und nachhaltigen Tierproduktion.

Neben Fragen zur Datensicherheit und -hoheit diskutierten die Experten auch über die erzielten Fortschritte durch eine bessere Datenstandardisierung, wie die Auswertung des körperlichen Zustands und Verhaltens des Tieres sowie über die Verfolgung und Rückverfolgung von Tieren oder Krankheiten in einzelnen Ländern oder Regionen.

Auch sprachen sie darüber, wie der Einsatz dieser Technologien über eine gute Internetverfügbarkeit sichergestellt werden muss, um die Vorteile für die globale Nahrungsmittel- und landwirtschaftliche Produktion nutzen zu können.

Für die Auswirkungen der Tierproduktion ist ein günstiges politisches und regulatorisches Umfeld von zentraler Bedeutung. Für die Anwendung digitaler Technologien muss die Verbraucherakzeptanz gegenüber Innovation gefördert werden.

So kann die Nutztierhaltung als Teil der Lösungen für die Versorgung der Menschen und einen intakten Planeten weiter optimiert werden. Regierungen und internationale Organisationen sind gefragt, um den Zugang zu den neuesten Fortschritten für die Landwirtschaft sicherzustellen.

Als Vertreter der Landwirtschaft saß der Geschäftsführer der European Pig Producers (EPP), Sven Häuser, mit auf dem Podium. Er hob den Nutzen der Digitalisierung für die Früherkennung von Krankheiten und Verhaltensabweichungen und damit die Verbesserung der Tiergesundheit hervor. Voraussetzung sei allerdings die elektronische Kennzeichnung aller Tiere im Bestand sowie eine entsprechende mobile Infrastruktur in den ländlichen Regionen.

Auch Fortbildungsangebote für Landwirte müssten ausgebaut werden, um den Nutzen stärker zu kommunizieren und offene Fragen und Bedenken zu klären. Er wies aber auch darauf hin, dass Digitalisierung den Tierhalter unterstützen, ihn jedoch nicht ersetzen kann. Der Fokus des Betriebsleiters liege nach wie vor auf dem Tier, welches täglich im Rahmen der betrieblichen Eigenkontrolle über einen Bestandsrundgang in Augenschein genommen werden muss. 

Die Veranstalter

HealthforAnimals ist der Verband, der die Tierarzneimittelindustrie auf globaler Ebene vertritt. Zu seinen Mitgliedern zählen die weltweit größten Tiergesundheitsunternehmen sowie nationale Verbände in Industrie- und Entwicklungsländern auf fünf Kontinenten. www.healthforanimals.org

Der Bundesverband für Tiergesundheite.V. ist der Verband der Tierarzneimittelindustrie in Deutschland, der mit 22 Mitgliedern rund 95 Prozent des deutschen Marktes für Tiergesundheitsprodukte repräsentiert. www.bft-online.de

AnimalhealthEurope ist die Vereinigung der Tierarzneimittelindustrie auf europäischer Ebene. Zu seinen Mitgliedern zählen sowohl Tiergesundheitsunternehmen als auch nationale Verbände, die rund 90 Prozent des europäischen Marktes für Tiergesundheitsprodukte abdecken. www.animalhealtheurope.eu